Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 20.04.2004

Gute Gewichtskontrolle mit langwirksamem Insulin-Analogon

Mit Insulin Detemir nehmen Patienten signifikant weniger zu als mit NPH-Insulin / Glukosekontrolle reduziert Kalorienverlust durch Glukosurie

BERN (hbr). Insulin hat oft einen unerwünschten Effekt: Die Patienten neigen zur Gewichtszunahme. Es gibt jedoch eine Alternative. Mit dem langwirksamen Insulin-Analogon Insulin Detemir nehmen sie weniger zu als mit NPH-Insulin.

Das haben Ergebnisse einer internationalen Studie belegt. Danach nahmen die Patienten bei ähnlicher gly-kämischer Kontrolle wie mit NPH-Insulin mit Insulin Detemir weniger an Gewicht zu. Das hat Professor Jacques Philippe vom Genfer Universitätshospital bei einer Veranstaltung von Novo Nordisk in Bern berichtet.

An der Untersuchung nahmen etwa 750 Patienten mit Typ-1-Diabetes in elf Ländern teil. 491 verwendeten zur basalen Insulinversorgung vor dem Schlafengehen Insulin Detemir, 256 Studienteilnehmer injizierten NPH (Neutral Protamin Hagedorn)-Insulin. Die Studie dauerte 26 Wochen.

Am Ende der Untersuchung betrug die mittlere Gewichtszunahme in der NPH-Gruppe über drei Kilogramm. In der Gruppe mit Insulin Detemir nahmen die Patienten 0,61 Kilogramm weniger zu. Dieser Unterschied ist signifikant (p = 0,003). Der HbA1c war in beiden Gruppen ähnlich; die Blutzuckerwerte am Morgen waren mit Insulin Detemir signifikant niedriger.

Eine Gewichtszunahme bei Insulintherapie sei nicht ungewöhnlich, sagte Philippe. Das gelte für Patienten mit Typ-2-Diabetes ebenso wie für solche mit Diabetes Typ 1 und bringt Probleme: Bei Typ-2-Patienten steigt das meist ohnehin schon bestehende Übergewicht. Das Übergewicht, erinnerte Philippe, ist zudem wieder mit der Insulinresistenz korreliert.

Viele Patienten zögern außerdem den Start einer Insulintherapie aus Sorge um das Gewicht unnötig hinaus, und während der Therapie kann die Angst vor noch mehr Pfunden die Compliance beeinträchtigen. Eine geringere Gewichtszunahme bringe also klinische Vorteile.

Die Insulin-assoziierte Gewichtszunahme hat mehrere Ursachen. Eine bessere Stoffwechseleinstellung verringert die Glukosurie und den Verlust von Kalorien und Wasser. Außerdem wirkt Insulin anabol, und das nutzt der Körper zum Ausbau von Fettreserven. Zudem kommen bei guten HbA1c niedrige Blutzuckerwerte vor, gegen die die Patienten anessen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »