Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 20.04.2004

Bei älteren Patienten ist vor allem HDL prognostisch relevant

Besonders bei Diabetikern und Post-Infarktpatienten reicht LDL-Senkung nicht aus / Statin plus Nikotinsäure hilft

MANNHEIM (ner). Selbst mit einer starken Senkung des LDL-Spiegels bleibt bei kardiovaskulären Risikopatienten ein erhebliches Restrisiko. Besonders in höherem Alter werde das HDL prognostisch wichtig, hieß es beim Kardiologenkongreß in Mannheim.

Je stärker der LDL-Spiegel gesenkt werden kann, desto besser halte man das Fortschreiten der Atherosklerose auf - bis hin zum Progressionsstillstand, sagte Professor Eberhard Windler aus Hamburg. Im Mittel werde dieser Punkt wahrscheinlich bei 80 mg/dl erreicht. Doch selbst wenn Werte von weniger als 70 mg/dl erzielt werden, bekommen nach den Ergebnissen der PROVE-IT-Studie drei von zehn Herzinfarktpatienten innerhalb von 20 Monaten einen Reinfarkt.

"Das LDL wird nur zum Risikofaktor, wenn andere Risiken hinzukommen", betonte Windler bei einem vom Unternehmen Merck KGaA unterstützten Satellitensymposium. Besonders bei Patienten mit vergleichsweise niedrigem Ausgangs-Cholesterin, etwa bei Diabetikern, seien offenbar auch andere pathophysiologische Mechanismen wichtig.

Dazu gehöre ein niedriger HDL-Spiegel, die nach Angaben des Kardiologen häufigste Lipidveränderung bei Infarktpatienten. Als kritisch werden bei Männern HDL-Werte unter 40 mg/dl und bei Frauen unter 50 mg/dl angesehen. Habe bei relativ jungen Patienten das LDL eine hohe prognostische Aussagekraft, sei bei älteren Patienten zunehmend der HDL-Spiegel wichtig, sagte Windler.

Optimal ist daher die medikamentöse Senkung des LDL- bei gleichzeitiger Steigerung des HDL-Spiegels. Dies könne mit einer Kombination aus einem Statin und einem Nikotinsäure-Präparat wie Niacin erreicht werden, so der Hamburger Kardiologe. Dabei handele es sich um ein altbekanntes Medikament in neuem Gewand, welches deutlich besser verträglich sei als frühere Nikotinsäure-Präparate.

Außer einer Erhöhung des HDL um 20 bis 30 Prozent werde bei Monotherapie eine LDL-Senkung von etwa 15 Prozent und eine Triglyceridspiegel-Senkung um 30 Prozent erreicht. Eine Besonderheit ist zudem die Senkung des Lipoprotein (a) um etwa 25 Prozent.

Jede Anhebung des HDL-Spiegels um 1 mg/dl gehe mit einer Abnahme das kardiovaskulären Risikos um zwei bis drei Prozent einher, sagte Windler mit Bezug auf mehrere große Untersuchungen. Das seit 1997 in den USA zugelassene Niaspan™ wird ab Mai dieses Jahres auch in Deutschland erhältlich sein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »