Ärzte Zeitung, 22.06.2004

Starker Organschutz bei Diabetes plus Hypertonie

Perindopril-Indapamid-Fixkombination senkt Albuminausscheidung / PREMIER-Studie mit über 450 Typ-2-Kranken

HANNOVER (hbr). Typ-2-Diabetiker mit Hypertonie und Albuminurie profitieren von der Therapie mit einer Fixkombination aus Perindopril und Indapamid: Blutdruck und Albuminausscheidung sinken, und das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse nimmt ab.

Das sind die Ergebnisse der PREMIER-Studie (PREterax in albuMInuria rEgRession), die Professor Teut Risler von der Universitätsklinik Tübingen beim Diabeteskongreß in Hannover vorgestellt hat.

An PREMIER nahmen 457 Typ-2-Diabetiker mit einer Albuminausscheidung zwischen 20 und 500 µg/min teil. Ihre Blutdruckwerte lagen zu Beginn zwischen 140 und 180 mmHg systolisch und unter 110 mmHg diastolisch, im Durchschnitt lag der Blutdruck bei 158/93 mmHg. Nach einer vierwöchigen Auswaschphase mit Placebo wurden die Teilnehmer auf zwei Studienarme zufällig verteilt.

Eine Gruppe wurde mit Enalapril behandelt. Wurde der Zielblutdruck verfehlt, konnte die Anfangsdosis von 10 mg zweimal verdoppelt werden. Die zweite Gruppe erhielt täglich eine Tablette der niedrig dosierten Fixkombination aus 2 mg Perindopril und 0,625 mg Indapamid (Preterax®). Auch hier konnte die Dosis bei Bedarf zweimal verdoppelt werden (auf eine oder zwei Tabletten BiPreterax®).

Die Albuminausscheidung der Patienten war nach einem Jahr Therapie mit der initialen Kombination um 42 Prozent gesunken. Diese Abnahme war signifikant stärker als bei Enalapril mit 27 Prozent. Außerdem habe die Kombinationstherapie auch den systolischen wie diastolischen Blutdruck deutlich stärker gesenkt, so Risler bei einem von Servier geförderten Symposium.

Zusätzlich weisen die Studienergebnisse auf einen Schutz vor schweren kardiovaskulären Ereignissen durch Perindopril/Indapamid hin: In der Kombinationsgruppe traten 60 Prozent weniger Schlaganfälle und Herzinfarkte auf als mit Monotherapie. Nur bei 2,5 Prozent der Patienten wurde ein schweres kardiovaskuläres Ereignis registriert. In der Vergleichsgruppe dagegen traf es 6,3 Prozent. Das Kombipräparat schütze die Organe und sei sehr gut verträglich, so Risler.

Die Behandlung mit ACE-Hemmer und Diuretikum kombiniert verschiedene blutdrucksenkende Wirkprinzipien. Die niedrig dosierte Kombination ist zur Anfangsbehandlung bei essentieller Hypertonie zugelassen. Auch das neue Behandlungsschema der Deutschen Hochdruckliga führt inzwischen die niedrig dosierte Kombination als initiale Therapie auf.

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