Ärzte Zeitung, 25.08.2004

Niedrigdosiertes Statin schützt Herz und Hirn von Diabetikern

Atorvastatin senkt Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Schlaganfälle / Ergebnis einer placebokontrollierten Studie mit 2838 Typ-2-Diabetikern

KÖLN (grue). Ein niedrigdosiertes Statin kann das kardiovaskuläre Risiko von Typ-2-Diabetikern reduzieren. Die Ergebnisse der CARDS-Studie unterstreichen die Bedeutung der Primärprävention bei diesen Patienten.

In die Studie CARDS (Collaborative Atorvastatin Diabetes Study) wurden 2838 Typ-2-Diabetiker mit mindestens einem kardiovaskulären Risikofaktor (Hypertonie, Retinopathie, Albuminurie oder Rauchen) aufgenommen, die aber noch keine manifeste Erkrankung der großen Gefäße hatten. Zur Primärprävention erhielten sie doppelblind 10 mg Atorvastatin (Sortis®) oder Placebo.

Wie Professor Werner Scherbaum vom Diabetes-Forschungsinstitut in Düsseldorf bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer in Köln berichtet hat, waren die Blutfettwerte der Studienteilnehmer nur leicht erhöht; das mittlere Gesamt-Cholesterin betrug 207 mg/dl und das LDL-Cholesterin lag bei 119 mg/dl.

"Bei solchen Werten dachte man bisher kaum an eine Primärprävention", sagte Scherbaum, "umso erstaunlicher sind die Effekte, die sich mit dem Statin erzielen lassen".

Die CARDS-Studie wurde nach 3,9 Jahren vorzeitig beendet, weil die Verum-Gruppe einen hochsignifikanten Vorteil hatte. Die absolute Risikoreduktion lag bei 3,7 Prozent. Die Inzidenz schwerer kardiovaskulärer Ereignisse war mit Atorvastatin im Vergleich zu Placebo um 37 Prozent niedriger, die Häufigkeit der Schlaganfälle um 48 Prozent geringer. Bei der Gesamtmortalität wurde mit einer relativen Risikoreduktion von 27 Prozent die Signifikanz nur knapp verfehlt.

Der Nutzen von Atorvastatin war unabhängig von den Lipid-Ausgangswerten, dem Alter und dem Geschlecht der Patienten, so Scherbaum. Mit dem Statin erreichten 80 Prozent der Patienten einen LDL-Wert von 100 mg/dl, das waren mehr als dreimal soviel wie zu Studienbeginn. Die niedrigdosierte Statin-Therapie hatte keine Nebenwirkungen auf Muskel oder Leber. Sie gelte in der Langzeittherapie als sicher und verträglich, sagte Scherbaum.

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