Ärzte Zeitung, 24.08.2004

Hormon-Analogon bei Diabetikern untersucht

Kombination mit Exenatide verbessert Diabetestherapie

BERLIN (gvg). Bei der Therapie von Diabetikern, bei denen eine Metformin-Behandlung allein nicht den gewünschten Erfolg bringt, haben Ärzte vielleicht bald neue Optionen für eine Kombinationstherapie zur Hand. Günstig scheinen vor allem Substanzen zu sein, die die Wirkung des Hormons GLP-1 verstärken.

GLP-1 gehört zu der Gruppe der Inkretine. Das sind kurzwirksame Botenstoffe, die im Gastrointestinaltrakt sehr schnell nach der Nahrungsaufnahme ausgeschüttet werden. GLP-1 stimuliert vor allem die insulinproduzierenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. "Die ersten Studien mit einer Kombination aus Metformin und GLP-1-verstärkenden Substanzen machen Hoffnung", sagte Dr. Volker Kroll, Diabetologe aus Markdorf am Bodensee.

So sei es bei Patienten, bei denen es trotz einer Behandlung mit mindestens 1500 mg Metformin nicht gelang, den Blutzucker genügend niedrig zu halten, durch eine Kombination mit dem GLP-1-Analogon Exenatide gelungen, den Blutzuckeranstieg nach einer Standardmahlzeit zu verringern und den Insulingehalt im Blut zu erhöhen. Nach 30 Behandlungswochen lag der HbA1c-Wert in der Kombinationsgruppe bei durchschnittlich 7,5 Prozent und damit um einen Prozentpunkt niedriger als in der Placebogruppe, wie Kroll auf einer Veranstaltung des Unternehmens Berlin Chemie berichtet hat. Es vertreibt Metformin als Siofor®.

Ähnlich günstig habe eine Kombination aus Metformin und der Substanz LAF 237 abgeschnitten. Sie blockiert den Abbau von GLP-1. In einer Studie mit 71 Patienten senkte LAF 237 bei mit Metformin behandelten Diabetikern den Nüchternblutzuckerwert um durchschnittlich 20 mg/dl. Nach drei Monaten lag der HbA1c-Wert um einen Prozentpunkt unter dem von Patienten, die Metformin plus Placebo erhalten hatten.

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