Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 23.07.2004

Angst vor Insulin erfordert gezielte Gespräche

Nur zwei Drittel des Insulins werden gespritzt / Mangelndes Vertrauen in die Therapie

BERLIN (gvg). Eine enge, auch psychologische Betreuung von insulinpflichtigen Diabetikern durch ihre behandelnden Ärzte ist mitentscheidend für den Erfolg der Blutzuckereinstellung. Sie ist der einzige Ausweg aus der Sackgasse der "psychologischen Insulinresistenz".

"Bei der Jahrestagung der Amerikanischen Diabetes-Gesellschaft wurden neue Compliance-Studien präsentiert, die belegen, daß nur etwa zwei Drittel des verordneten Insulins von den Patienten tatsächlich gespritzt werden", sagte Dr. Volker Kroll, Diabetologe aus Markdorf am Bodensee. Gründe seien vor allem Angst und mangelndes Vertrauen: So habe den Studien zufolge mehr als die Hälfte aller Diabetiker Angst vor Insulin, und nur ein Viertel sei davon überzeugt, daß es überhaupt wirke, so Kroll bei einem Symposium in Berlin.

Für Dr. Andreas Lueg, Leiter einer diabetologischen Schwerpunktpraxis in Niedersachsen, läßt sich die Skepsis vieler Diabetiker gegen eine Insulinbehandlung nur durch eine "strukturierte Gesprächsführung" überwinden, die auf die Sorgen der Patienten gezielt eingehe: "Die häufig befürchtete Gewichtszunahme etwa tritt bei den heute verwendeten Insulinschemata viel seltener auf", so Lueg bei der vom Unternehmen Berlin-Chemie unterstützten Veranstaltung. Es vertreibt Humaninsulinpräparate als Berlinsulin® H. Auch die gezielte Frage nach Symptomen der Unterzuckerung und nach depressiven Episoden gehört für Lueg zum Gespräch mit Diabetikern dazu, denn viele Patienten sprechen diese Probleme von sich aus nicht an.

Sehr kontraproduktiv seien auch Schuldgefühle von Patienten, die sich einredeten, die Diabetes-Therapie nicht ernst genug genommen zu haben. "Das kriegt man nur in den Griff, wenn man den Patienten von Anfang an sagt daß es normal ist, wenn sich die Insulindosierung im Verlauf ändert und sie immer wieder ärztliche Hilfe brauchen", so Lueg.

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