Ärzte Zeitung, 05.08.2004

Herzischämie bei Diabetes häufiger als gedacht

Jeder fünfte Typ-2-Diabetiker hat asymptomatische Myokardischämien / Trotz guter Einstellung hohes Risiko

NEW HAVEN (Rö). Myokardischämien sind bei Diabetikern offenbar häufiger als angenommen. Schon im mittleren Alter und ohne klinische KHK-Symptome hatten in einer neuen Studie 22 Prozent Myokardischämien ohne Symptome, im Vergleich zu 6 bis 9 Prozent in bisherigen Studien.

Dies berichten jetzt die Autoren der Detection of Ischemia in Asymptomatic Diabetics (DIAD)-Studie. Dr. Frans J. Th. Wackers von der Yale-Universität in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut hat 1123 Typ-2-Diabetiker im Alter zwischen 50 und 75 Jahren in die Studie aufgenommen (Diabetes Care 27, 2004, 1954).

Keiner von ihnen hatte klinische Symptome einer Koronaren Herzerkrankung. Die Blutzuckereinstellung war mit einem HbA1c-Wert von im Mittel 7,1 Prozent recht ordentlich, das LDL-Cholesterin lag im Schnitt bei 113 mg/dl. Dennoch wurden bei 22 Prozent Myokardischämien nachgewiesen. Zum Nachweis war bei der Hälfte der Studienteilnehmer ein Streßtest gemacht worden. Wie sich die Myokardischämien klinisch auswirken, wird derzeit in der laufenden Studie untersucht.

Das Ergebnis zeigt, wie wichtig außer einer guten Einstellung des Blutzuckers es ist, die kardiovaskulären Risikofaktoren zu reduzieren. Dies ist auch heute Thema der Sommerakademie der "Ärzte Zeitung" - wieder eine Möglichkeit, Fortbildungspunkte zu sammeln.

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