Diabetes

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Ärzte Zeitung, 01.09.2004

ACE-Hemmer und AT1-Blocker - beide sind gut für die Nieren

Ergebnis der Langzeitstudie DETAIL über fünf Jahre / 250 Patienten mit Typ 2-Diabetes / Vergleich von Enalapril und Telmisartan 

MÜNCHEN (grue). Der erste direkte Langzeitvergleich eines ACE-Hemmers und eines AT1-Blockers ist unentschieden verlaufen: Beide Blutdrucksenker stabilisieren die Nierenfunktion von Typ 2-Diabetikern und sind als renoprotektiv einzuschätzen. Das belegen die jetzt präsentierten Ergebnisse der DETAIL-Studie.

DETAIL steht für Diabetics exposed to Telmisartan and Enalapril. In der Studie wurden 250 hypertensive Typ-2-Diabetiker mit leichter Nephropathie entweder mit dem AT1-Blocker Telmisartan (80 mg pro Tag) oder mit dem ACE-Hemmer Enalapril (20mg pro Tag) behandelt. Die Doppelstudie ist der erste Direktvergleich zweier Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems (RAS). Als Maß für die Organprotektion wurde die Änderung der glomerulären Filtrationsrate über fünf Jahre gewählt.

Wie Professor Anthony Barnett aus Birmingham beim Europäischen Kardiologie-Kongreß in München berichtet hat, können beide Substanzen die Nieren langfristig schützen. Die direkt gemessene Filterleistung nahm in beiden Therapiegruppen in den ersten drei Jahren ab, der Unterschied war nicht signifikant. Im vierten und fünften Studienjahr ging die Nierenfunktion nur noch leicht zurück. "Beide Substanzen haben einen deutlichen renoprotektiven Effekt", so Barnett.

Auch der diastolische und systolische Blutdruck fiel in beiden Studienarmen ähnlich stark, erreichte im Mittel aber nicht die für nierenkranke Diabetiker empfohlenen sehr niedrigen Zielblutdruckwerte. Die Rate an unerwünschten Wirkungen war in beiden Gruppen ähnlich; Patienten mit ACE-Hemmer-Intoleranz nahmen nicht an der Studie teil. Kein Patient entwickelte ein terminales Nierenversagen.

Die DETAIL-Studie liefert auch Hinweise auf eine verringerte Sterblichkeit unter RAS-Hemmer-Therapie, so Barnett. Die Mortalität betrug im Studienzeitraum in beiden Gruppen jeweils fünf Prozent. "Das war deutlich weniger, als bei Diabetikern mit Nephropathie zu erwarten ist", sagte Barnett.

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