Ärzte Zeitung, 09.09.2004

Risikopatienten brauchen hohe HDL-Werte

Bei Diabetes plus Dyslipidämie senkt eine HDL-Anhebung das kardiovaskuläre Risiko

MÜNCHEN (sto). Eine kombinierte Dyslipidämie ist durch erhöhte LDL- und Triglyzerid-Werte und niedrige HDL-Werte gekennzeichnet. Bei Risikopatienten - etwa Diabetikern oder Patienten mit metabolischem Syndrom - sollte dabei das Augenmerk nicht nur auf das erhöhte LDL sondern auch auf das niedrige HDL gerichtet sein.

Das hat Professor Luc van Gaal aus Antwerpen in Belgien erklärt. Denn ein niedriges HDL-Cholesterin sei ein wichtiger prädiktiver und unabhängiger Risikofaktor für eine koronare Herzerkrankung, sagte Gaal beim Europäischen Diabeteskongreß in München. Nur das erhöhte LDL-Cholesterin mit Statinen zu senken sei bei solchen Patienten nicht ausreichend.

Durch die Anhebung des HDL-Wertes könne das kardiovaskuläre Risiko deutlich gesenkt werden, berichtete Professor Charles Reasner aus San Antonio, USA. Jede Anhebung des HDL-Wertes um 1 mg/dl senke das kardiovaskuläre Risiko um zwei bis vier Prozent.

Eine Möglichkeit sei die Kombinationsbehandlung mit einem Statin und Nikotinsäure. "Nikotinsäure ist einer der wirksamsten pharmakologischen Wirkstoffe zur Erhöhung des HDL-Cholesterinspiegels", sagte Reasner bei einem Satelliten-Symposium des Unternehmens Merck KGaA. Bei Diabetikern erhöhe Nikotinsäure den HDL-Spiegel um mehr als 30 Prozent, senke die Triglyzeridwerte um etwa ein Drittel und reduziere so die Rate kardiovaskulärer Ereignisse um ein Viertel, so Reasner.

Nikotinsäure hemmt die Freiset-zung von Fettsäuren aus dem Fettge-webe. Der Wirkstoff ist seit April in einer retardierten Form als Niaspan® zur Behandlung bei Fettstoffwechselstörungen, besonders bei Patienten mit kombinierter Dyslipidämie, sowie bei Patienten mit primärer Hypercholesterinämie in Kombination mit Statinen auch in Deutschland zugelassen, wenn eine Statin-Monotherapie nicht ausreicht.

Weitere Infos zum Diabeteskongreß gibt es unter www.easd.org

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