Diabetes

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Ärzte Zeitung, 15.12.2004

Für Kinder mit Diabetes ist Insulinpumpe ideal

Von der Insulin-Infusion profitieren besonders Kinder unter zwölf Jahren / HbA1c-Einstellung verbessert sich

HANNOVER (grue). Diabeteskranke Kinder bekommen eher selten eine Insulinpumpe. Dabei sind die handlichen Geräte auch schon im Kleinkindalter eine gute Alternative zur Spritzentherapie.

Von den etwa 13 000 Typ-1-Diabetikern, die Kinder oder Jugendliche sind, verwenden 8,5 Prozent eine Insulinpumpe. Von der kontinuierlichen subkutanen Insulin-Infusion (CSII), so das zugehörige Therapieverfahren, profitieren besonders Kinder unter zwölf Jahren, wie Dr. Bettina Heidtmann vom Kinderkrankenhaus Wilhelmsstift in Hamburg auf einer Diabetes-Tagung in Hannover gesagt hat.

Mit der Pumpe sinkt die Gefahr schwerer Hypoglykämien

"Das Kleinkindalter ist noch besser geeignet, um mit der Therapie zu beginnen". Die sehr jungen Kinder haben oft einen geringen Insulinbedarf bei hoher Insulin-Empfindlichkeit. Außerdem essen sie unregelmäßig und haben eine großen Bewegungsdrang. Mit einer Pumpe können die Kinder halbstündlich oder stündlich mit verdünntem basalem Insulin in kleinen Mengen versorgt werden. Dadurch sinkt die Gefahr für schwere Hypoglykämien. Auch die Rate an Ketoazidosen sei niedrig, sagte Heidtmann.

Mit der Pumpe wird kein Insulindepot aufgebaut, es kann aber jederzeit ein Bolus ohne Spritze abgerufen werden. "Die Kinder mögen die kleinen Pumpen und gehen damit verantwortlich um, weil sie wissen, daß sie so auf Spritzen verzichten können". Das "Insulin auf Knopfdruck" kann auch über eine Kindersicherung gesteuert werden.

In einer wissenschaftlichen Patientendatenbank (DPV-Wiss) sind Angaben von über 1200 diabeteskranken Kindern mit Pumpentherapie enthalten. Die häufigsten Gründe, weshalb Kinder und Jugendliche zur Insulinpumpe wechseln, sind demnach: unzureichende Stoffwechseleinstellung mit hohem Insulinbedarf am Morgen (Dawn-Phänomen), häufige Hyper- oder Hypoglykämien und der Wunsch nach mehr Flexibilität.

"Mit der Pumpe kann die Insulingabe dem zirkadianen Bedarf über eine programmierbare Basalrate angepaßt werden", faßte Heidtmann die Vorteile zusammen. "Wenn während der Spritzenbehandlung die Patienten schlecht eingestellt waren, wird sich der HbA1C mit der Pumpe verbessern". In der Pubertät könne dieser Vorteil allerdings wieder verloren gehen. Die Jugendlichen achten dann oft weniger auf eine gute Einstellung, egal ob mit Spritze oder Pumpe.

Die Pumpe hilft Kindern zu einer normalen Entwicklung

Die in der DPV-Wiss zusammengefaßten Daten ergeben einen mittleren HbA1C-Wert von 8,8 Prozent bei Pumpentherapie. Die Hypoglykämierate lag 2003 für so behandelte Kinder bei nur 13 pro 100 Patientenjahre. Zu 76 Prozent wird für die Pumpen Analog-Insulin verwendet. "Diabeteskranke Kinder sollten eine normale körperliche, seelische und soziale Entwicklung haben, und dabei kann die Insulinpumpe helfen", sagte Heidtmann.

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