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Ärzte Zeitung, 08.12.2004

Schützt Olmesartan Diabetiker vor einer Mikroalbuminurie?

22 europäische Länder beteiligen sich an ROADMAP-Studie

HANNOVER (mop). Die Untersuchung des Urins zum Ausschluß einer Mikroalbuminurie bei Patienten mit metabolischem Syndrom, besonders aber bei Typ 2-Diabetikern, gehört heute zum medizinischen Standard, sagte Professor Eberhard Ritz aus Heidelberg.

Die Mikroalbuminurie sei nicht nur ein Prädiktor für künftige, sondern für bereits bestehende glomeruläre Schäden. Die ROADMAP-Studie prüft jetzt, ob Olmesartan das Auftreten einer Mikroalbuminurie bei Diabetikern verhindern kann.

Es ist belegt, daß bereits das metabolische Syndrom gehäuft mit einer Mikroalbuminurie assoziiert ist und daß diese Patienten ein erhöhtes Risiko für Koronar-Ereignisse haben, berichtete Ritz auf einer von Sankyo unterstützten Veranstaltung bei der Hochdruck-Liga-Tagung in Hannover. Der prädiktive Wert einer Mikroalbuminurie für kardiovaskuläre Ereignisse habe sich dabei als höher erwiesen als der des Rauchens und sei ähnlich hoch wie der eines Typ 2-Diabetes oder eines anamnestischen Koronarereignisses.

Bei Typ 2-Diabetikern steigen bei einer Mikroalbuminurie das renale und kardiovaskuläre Risiko nach Angaben von Ritz dramatisch. Untersuchungen belegen, daß bereits im Stadium einer Mikroalbuminurie Gene hochreguliert sind, die bei der Genese der Glomerulostenose wichtig sind. "Das bedeutet, daß die Mikroalbuminurie nicht nur ein Prädiktor für zukünftige, sondern für bereits bestehende glomeruläre Schäden ist", so Ritz.

Um einer diabetischen Nephropathie wirkungsvoll vorzubeugen, müsse daher eine Mikroalbuminurie verhindert werden, so Professor Hermann Haller aus Hannover. Ob dies möglich ist, wird in der derzeit weltweit größten Primärpräventionsstudie mit dem Namen ROADMAP (Randomised Olmesartan And Diabetes MicroAlbuminuria Prevention) bei 4400 Typ-2-Diabetikern untersucht.

An der Studie nehmen 200 Zentren in 22 europäischen Ländern teil. Die Patienten, die mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor aufweisen müssen, erhalten nach Ausschluß einer Mikroalbuminurie entweder 40 mg Olmesartan (Olmetec®) täglich oder Placebo zusätzlich zu einer eventuellen antihypertensiven Therapie.

Die mittlere Studiendauer beträgt fünf Jahre. Da eine Mikroalbuminurie nicht nur Ausdruck eines renalen Schadens ist, sondern Läsionen im gesamten Gefäßsystem anzeigt, wird in der Studie auch die Inzidenz von kardiovaskulären Endpunkten erfaßt, sagte Haller auf der Veranstaltung.

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