Ärzte Zeitung, 13.01.2005

Insulindetemir vereinfacht Diabetestherapie

GRÜNWALD (sto). Wenn Patienten mit Diabetes mellitus in der Schwerpunkt-Praxis eines niedergelassenen Arztes auf eine Insulintherapie eingestellt werden, geht es vor allem auch darum, den Patienten die Angst vor Unterzuckerungen zu nehmen. Das neue Basalinsulin Insulindetemir mindert das Risiko für Hypoglykämieen.

Eines der Hauptprobleme bei der Praxisbetreuung sei die Tatsache, daß die Patienten zu Hause leben und somit auch noch vielen anderen Einflüssen aus dem familiären Umfeld ausgesetzt sind, sagte Dr. Christian Wagner, niedergelassener Diabetologe im oberbayerischen Surheim nahe Freilassing.

In der Schwerpunktpraxis sei der Kontakt zu den Patienten längst nicht so intensiv wie in der Klinik. Vor diesem Hintergrund komme dem Umgang mit der Spritzenangst oder die Handhabung von Insulinspritzen und Pens sowie den Ängsten der Patienten vor einer Unterzuckerung eine ganz besondere Bedeutung zu.

Darüber hinaus werde inzwischen immer deutlicher, daß mit NPH-Insulinen bei manchen Patienten mit zum Teil erheblichen intraindividuellen Schwankungen zu rechnen sei, berichtete Wagner bei den Grünwalder Gesprächen, die von dem Unternehmen Novo Nordisk unterstützt wurden. Eine kalkulierbare Insulinwirkung sei mit NPH-Insulin nicht in jedem Fall gewährleistet.

Im Vergleich zu NPH-Insulin sei das Wirkprofil des neuen Basalinsulins Insulindetemir (Levemir®) wesentlich flacher, so daß sich das Risiko einer Hypoglykämie verringere und auch die Schwankungen des Nüchternwertes geringer ausfielen, sagte Wagner, der dabei auf eigene Erfahrungen mit inzwischen 187 Patienten verwies.

Es habe sich gezeigt, daß die Behandlung mit Insulindetemir im Vergleich zu anderen Basalinsulinen wesentlich einfacher zu kalkulieren sei, sagte Wagner. Auch größere Dosissteigerungen in Vierer- oder Achter-Schritten führten mit der neuen Substanz nicht zu signifikanten Unterzuckerungen.

Darüber hinaus habe die Behandlung mit Insulindetemir bei allen bisher betreuten Patienten, von denen ein Teil bereits seit einem Jahr mit dem neuen Basalinsulin therapiert wird, nicht zu den an sich zu erwartenden Gewichtszunahmen geführt. Bei einzelnen Patienten sei es sogar zu einer geringfügigen Gewichtsreduktion gekommen, sagte der Diabetologe aus Surheim.

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