Diabetes

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Ärzte Zeitung, 27.01.2005

DIABETISCHE POLYNEUROPATHIE

Mit Stimmgabel und Pinsel fällt die Neuropathie-Diagnose leicht

Reflexhammer, Nadel, Pinsel und Stimmgabel - damit läßt sich eine Polyneuropathie bei Diabetikern meist schon erkennen, bevor die Patienten Symptome haben. Doch welche Therapie ist geeignet, wenn die Patienten bereits über Schmerzen klagen? Eine gute Option sind etwa Antidepressiva und Antikonvulsiva.

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Patienten mit einer beginnenden diabetischen Polyneuropathie gehen eher zum Hautarzt, weil sie Mykosen haben, zum Orthopäden, weil die Füße schmerzen oder zum Neurologen, weil sie plötzlich doppelt sehen. Die Fachärzte wissen aber häufig nicht, daß die Betroffenen Diabetes haben. Patienten vermuten oft keinen Zusammenhang zwischen Beschwerden und Zuckerkrankheit und erzählen deshalb nichts vom Diabetes.

So dauert es oft lange, bis die Diagnose diabetische Polyneuropathie steht. Hausärzte, die Diabetiker betreuen, sollten daher regelmäßig prüfen, ob die Patienten schon Zeichen einer Polyneuropathie haben.

Wie das mit einfachen Mitteln geht, erläutert Dr. Veronika Hollenrieder in ihrem Vortrag "Diabetische Polyneuropathie". Die Diabetologin aus Unterhaching rät etwa, mit einer Stimmgabel das Vibrationsempfinden zu testen. Dazu wird eine klingende Stimmgabel an den Großzehenballen gehalten. Da die Nervenschädigungen meist an den am weitesten distal gelegenen Axonen beginnen, manifestieren sie sich vor allem in den Füßen.

Schmerzwahrnehmung läßt sich mit einer Nadel überprüfen, Berührungsempfinden mit einem Pinsel. Eine Abschwächung des Achillessehnen-Reflexes kann ebenfalls ein Frühsymptom sein. Um das Temperaturempfinden zu prüfen, ist oft spezielles Gerät nötig. Der Test ist aber wichtig, so Hollenrieder, damit Schäden bei Nervenfasern erkannt werden, die nicht auf Druck oder Vibration reagieren. Ihr Tip für die Prüfungen: "Die Patienten sollen die Augen schließen, damit sie nicht sehen, was der Arzt tut. Dabei sollen sie berichten, was sie empfinden".

Haben die Patienten bereits neuropathische Schmerzen, sollte eine Nephropathie ausgeschlossen werden, bevor man NSAR gibt. Gut geeignet sind auch einige Antidepressiva und Antikonvulsiva. Wichtig: Viele Diabetiker verstehen nicht, weshalb sie ein Medikament nehmen sollen, das vorwiegend bei Depressionen oder Krampfanfällen verschrieben wird. Deshalb muß man ihnen erklären, daß diese Mittel zur Schmerztherapie nötig sind. (mut)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung CME-Punkte gibt, finden Sie bei www.qaef-akademie.de unter "Die Vorträge" - "Medizinische Themen" - "Diabetische Polyneuropathie".

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