Ärzte Zeitung, 06.05.2005

Auf dem Weg zu noch besserer und einfacherer Therapie für Diabetiker sind Forscher wieder vorangekommen. So wurde beim Diabetes-Kongresses ein Blutzuckermeßgerät vorgestellt, das mit der Insulin-Pumpe kommuniziert. Und für inhalierbares Insulin wurde effektive Blutzuckersenkung und Langzeit-Sicherheit belegt.

Neues Glukose-Meßgerät kommuniziert mit der Insulinpumpe

Blutzuckerwerte werden an die Pumpe gefunkt / Computerprogramm ermittelt den optimalen Insulinbedarf / Patient kann Dosis anpassen

BERLIN (nie). Das neue Blutzuckermeßgerät Paradigm® Link® von Medtronic funkt direkt die gemessenen Werte an eine Insulinpumpe. Die Pumpe nimmt die Werte auf und ermittelt mit einem Computerprogramm den optimalen Insulinbedarf des Patienten. Das System ist jetzt beim Diabeteskongreß in Berlin vorgestellt worden.

Das Blutzuckermeßgerät Paradigm® Link® funkt die gemessenen Werte direkt an die Insulinpumpe. Foto: Medtronic

Mit dieser Technik wurde das erste Blutzuckermeßgerät entwickelt, daß mit der Insulinpumpe kommunizieren kann, wie Rudolf Messer vom Geschäftsbereich Minimed von Medtronic in Berlin berichtet hat. Dadurch werde die Sicherheit und Flexibilität der Insulintherapie erhöht und die Behandlung für den Patienten vereinfacht.

Als Diabetes-Management der neuen Generation bezeichnete der Diabetologe Dr. Andreas Liebl aus Bad Heilbrunn das integrierte System. Paradigm® Link® kann den aktuell gemessenen Blutzuckerwert direkt per Funkschnittstelle auf das Display der Insulinpumpen Medtronic Paradigm® 512 oder 712 übertragen. Der Wert wird von der Software des Bolus-Expert benutzt, um nach Eingabe der Broteinheiten durch den Patienten einen Vorschlag für die konkrete Insulin-Bolusdosis zu errechnen, sagte Liebl.

"Bei der Ermittlung der Insulindosis werden verschiedene tageszeitenabhängige Korrekturfaktoren und Insulinempfindlichkeiten berücksichtigt, ebenso noch wirkendes Insulin vorheriger Bolusgaben", so der Internist von der m&i-Fachklinik.

Für den behandelnden Ärzte sei von Vorteil, daß die gemessenen Blutzuckerwerte und Aktionen der Patienten in der Pumpe gespeichert sind und später gelesen werden können. So lassen sich die Dosis-Anpassungen des Patienten überprüfen und er kann bei Fehlern gezielt geschult werden. "Es liegt uns Therapeuten aber auch viel daran, daß dieses Gerät die Mündigkeit der Patienten verstärkt und ihm nicht Verantwortung abnimmt", betonte Liebl.

Bei der Entwicklung von Techniken für die Insulin-Therapie will Medtronic künftig verstärkt mit Becton Dickinson kooperieren. Ziel ist der closed loop - ein künstlicher Pankreas - bei der die Insulinpumpe automatisch anhand der Blutzuckerwerte das Insulin freisetzt.

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