Ärzte Zeitung, 06.06.2005

Bei Diabetes muß der Blutdruck runter auf unter 130/80 mmHg

Systolischer Blutdruck von unter 132 mmHg schützt am besten vor terminaler Niereninsuffizienz / Ergebnis einer Nachanalyse der IDNT-Studie

BERLIN (hbr). Die Disease Management Programme für Typ-2-Diabetiker nennen einen Zielblutdruck von 140/90 mmHg für die Patienten. Das ist zu hoch: Unter 130/80 mmHg müssen er sein.

Mit effektiver Blutdrucksenkung läßt sich die Herzinfarktrate um bis zu 25 Prozent reduzieren, die Schlaganfallrate um bis zu 40 Prozent und die Herzinsuffizienz-Rate um die Hälfte. Darauf hat Professor Roland Schmieder aus Erlangen beim Diabetes-Kongreß in Berlin hingewiesen. Diabetiker profitieren davon sogar verstärkt. Es lohnt sich also, einen normalen Blutdruck anzustreben - auch, um die Nieren zu schützen.

Die Zielwerte der Disease Management Programme (DMP) für Typ-2-Diabetiker genügen allerdings nicht, stellte Schmieder klar: Dort sind unter Ziffer 1.7.1.1 eigene Werte eingesetzt. Danach sollen DMP-Patienten auf unter 140/90 mmHg eingestellt werden.

Schmieders Einschätzung dazu ist unmißverständlich: "Das ist schlichtweg falsch. Wir fordern andere Werte." Für hypertone Diabetiker sei ein Blutdruck von unter 130/80 mmHg das Ziel. Wenn noch eine Proteinurie dazukomme, sollte der Wert mindestens auf 125/75 mmHg gesenkt werden.

Solche Werte gründen nach Angaben von Schmieder unter anderem auf einer Nachanalyse der IDNT-Studie, an der Patienten mit Typ-2-Diabetes, Hypertonie und Proteinurie teilgenommen hatten. Nach Abschluß der Studie wurden die Teilnehmer, je nach erzieltem systolischem Blutdruck, zur Nachbeobachtung vier Gruppen zugeteilt: unter 132 mmHg, 132 bis 143, 144 bis 154, und über 154 mmHg.

Die Bilanz nach 54 Monaten zeigte, daß die Entwicklung und Progression einer Niereninsuffizienz mit dem zu Beginn der Nachbeobachtung erreichten Blutdruck-Wert zunahm.

"Ein Blutdruck von unter 132 mmHg ist am effektivsten, was die Verhinderung der Progression zur terminalen Niereninsuffizienz bei Typ-2-Diabetes betrifft", resümierte Schmieder bei der von Servier unterstützten Veranstaltung. Ähnliches ergab die HOT-Studie (Hypertension Optimal Treatment Study), was den systolischen Druck und die Verhinderung von kardiovaskulären Ereignissen betrifft.

Besonders, wenn eine starke Blutdrucksenkung erforderlich sei, könne direkt mit einer Zweier-Kombination gestartet werden, so Schmieder. So normalisierte die Fixkombination aus dem ACE-Hemmer Perindopril und dem Diuretikum Indapamid (Preterax®, BiPreterax®) in der STRATHE-Studie den Blutdruck bei mehr Patienten als die sequentielle Monotherapie oder Stufentherapie.

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