Ärzte Zeitung, 20.06.2005

Ein Insulin-Analogon und zwei Wege zum Therapieziel

Mit Insulinanalogon gelingt meist substantielle Verbesserung / HbA1c-Wert effektiv erniedrigt / Hypoglykämieraten liegen unter einem Prozent

SAN DIEGO (ner). Mit einem analogen Basalinsulin gelingt es den meisten Typ-2-Diabetikern, ihre Stoffwechseleinstellung substantiell zu verbessern. Zwei Aufdosierungsschemata sind dafür offenbar ähnlich gut geeignet.

Die fast 5000 Patienten, die seit durchschnittlich zwölf Jahren an Typ-2-Diabetes erkrankt waren, hatten in der AT.LANTUS*-Studie zwei Möglichkeiten, hat Dr. Melanie Davies vom Universitätshospital Leicester in Großbritannien beim Jahreskongreß der American Diabetes Association (ADA) in San Diego in Kalifornien erläutert.

Eine Gruppe startete beim Schema 1 mit 10 E/d Insulin glargin (Lantus®) und steigerte die Dosis wöchentlich um zwei bis acht Einheiten, je nach vorgegebenen Nüchternblutzucker-Intervall. Die andere Gruppe erhöhte beim Schema 2 dagegen die Dosis alle drei Tage um zwei Einheiten, solange der Zielblutzucker noch nicht erreicht war.

Obwohl drei Viertel der Teilnehmer bereits auf ein oder zwei Insuline eingestellt war, betrug der Ausgangs-HbA1c durchschnittlich 8,9 Prozent. Innerhalb von 24 Wochen konnte mit beiden Schemata zur Dosissteigerung der HbA1c um mehr als einen Prozentpunkt gesenkt werden. Dabei erwies sich das Schema 2 tendentiell als besser, der Unterschied war aber nicht signifikant. Knapp ein Drittel der Patienten erreichte in dieser Zeit das Therapieziel eines HbA1c von 7,0 Prozent oder weniger.

Die Hypoglykämierate war in beiden Gruppen mit weniger als einem Prozent niedrig. Dies und die erreichten Stoffwechseleinstellungen bedeuteten, daß die Dosissteigerung noch weiter fortgesetzt werden könne, so Davies bei der Pressekonferenz des Unternehmens Sanofi-Aventis.

Die stärksten Effekte der Einstellung auf Insulin glargin waren bei den Patienten zu verzeichnen, die bislang nur auf orale Antidiabetika eingestellt waren. In dieser Subgruppe waren Verbesserungen des HbA1c um 1,5 bis 1,8 Prozentpunkte registriert worden. Bei zuvor mit NPH-Insulin behandelten Patienten sank der HbA1c nach dem Wechsel auf das analoge Basalinsulin um durchschnittlich 0,9 Prozentpunkte.

*ATLANTUS - A Trial comparing Lantus Algorithms to achieve Normal blood glucose Targets in patients with Uncontrolled blood Sugar

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