Ärzte Zeitung, 15.07.2005

Einfacher Einstieg in die Insulin-Therapie

Basalunterstützte orale Therapie bei Typ-2-Diabetes / Insulin glargin hat ein simples Dosierungsschema

NIEDERPÖCKING (sto). Für die Behandlung von Diabetikern sollte man sich ehrgeizige Ziele setzen, so Privatdozent Andreas Hamann von der Diabetes-Klinik in Bad Nauheim. Das Problem sei jedoch die oft mangelhafte Compliance der Patienten und deren Angst vor einer Insulintherapie.

Einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Patienten mit Diabetes habe die Einführung von Insulin glargin (Lantus®) vor fünf Jahren gebracht, sagte Hamann bei einer Pressekonferenz von Sanofi-Aventis in Niederpöcking am Starnberger See.

Denn durch Insulin glargin sei der Einstieg in die Insulintherapie wesentlich einfacher geworden. Mit der sogenannten Basalunterstützten Oralen Therapie (BOT) könne die bisherige Behandlung mit oralen Antidiabetika beibehalten und gegebenenfalls sogar vereinfacht werden. Mit Hilfe eines einfachen Dosierungsschemas werde die Insulindosis so lange erhöht, bis der Nüchternblutzucker sich im Zielbereich von <100 mg/dl (<5,5 mmol/l) befindet, erläuterte Hamann.

Insulin glargin müsse nur einmal am Tag zu einem frei wählbarem Zeitpunkt gespritzt werden und stelle so die basale Versorgung von Typ- 2-Diabetikern über den gesamten Tag sicher.

Damit werde eine Senkung des gesamten Blutzucker-Tagesprofils einschließlich der postprandialen Werte erreicht, wodurch die Insulinresistenz deutlich vermindert und die verbliebene Sekretionskapazität der pankreatischen Betazellen gebessert wird, erklärte Hamann. Der Patient könne seine Ernährungsgewohnheiten beibehalten.

In der LAPTOP-Studie (Lantus® und Amaryl® und Metformin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nach Versagen der Oralen Patientenbehandlung) sei gezeigt worden, daß der Einstieg in eine Insulintherapie bei Typ 2 Diabetikern mit der BOT zu einer geringeren Gewichtszunahme, zu besseren Tages-Blutzuckerprofilen und zu weniger Hypoglykämien führt im Vergleich zu einem Einstieg mit zweimal täglich injiziertem Mischinsulin (30 Prozent Normalinsulin und 70 Prozent NPH-Insulin), berichtete Hamann.

In einer weiteren Studie sei darüber hinaus belegt worden, daß bei einer basalunterstützten oralen Therapie mit Insulin glargin versus NPH-Insulin ein um 0,9 Prozent besserer HbA1C-Wert erreicht werden kann.

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