Ärzte Zeitung, 12.09.2005

Eine besondere Kombitherapie für Diabetiker mit Hypertonie

Kombination aus einem ACE-Hemmer und einem Ca-Antagonisten wirkt nicht ungünstig auf Stoffwechsel und Gewicht

BERLIN (grue). Die blutdrucksenkende Behandlung mit einem ACE-Hemmer und einem Kalzium-Antagonisten vermindert das Diabetes-Risiko. Außerdem wirkt die Kombination organprotektiv und hat keine ungünstigen Effekte auf Stoffwechsel und Gewicht.

Deshalb sei dies eine Therapie der ersten Wahl für Hypertoniker, die ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben oder bereits an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, hat Privatdozent Dr. Stephan Jacob aus Königsfeld bei einer Veranstaltung des Unternehmens Merck Pharma GmbH in Berlin gesagt. Er begründete seine Einschätzung mit der aktuellen Studienlage. "Den jüngsten Beweis für das Potential dieser Kombination liefert die ASCOT-Studie", so Jacob, die jetzt in "The Lancet" (366, 2005, 895) veröffentlicht worden ist.

Darin wurden zwei antihypertensive Kombinationstherapien miteinander verglichen. "In der Studie hat die neuere Kombination aus Kalzium-Antagonist plus ACE-Hemmer in mehreren Endpunkten besser abgeschnitten als die eher konventionelle Kombitherapie aus Betablocker und Diuretikum", so Jacob.

"Außerdem entwickelten damit weniger Patienten einen Diabetes." Die reine Blutdrucksenkung sei dafür nicht entscheidend gewesen, denn der mittlere systolische Blutdruck unter Therapie war in beiden Gruppen nahezu gleich. Zuvor hatte schon die SYST-EUR-Studie eine Lanze für das Duo "ACE-Hemmer plus Kalzium-Antagonist" gebrochen.

In dieser Studie fand sich besonders bei Diabetikern eine ausgeprägte Verminderung der Rate kardiovaskulärer Ereignisse, wenn sie mit dem ACE-Hemmer Enalapril und dem Kalzium-Antagonisten Nitrendipin behandelt wurden. Diese beiden Antihypertensiva werden auch als Fixkombination (Eneas®) angeboten, was die Compliance der Patienten verbessert.

"Bei Hypertonikern mit Diabetesrisiko und Diabetikern mit Hypertonie geht es meist nicht ohne Kombinationstherapie", erinnerte Jacob. Wegen ihres hohen kardiovaskulären Risikos dürften keine Zugeständnisse beim Blutdruck gemacht werden. Gut verträgliche Fixkombinationen wie die aus Enalapril plus Nitrendipin vereinfachten die zumeist lebenslange Therapie wesentlich.

Denn die Risikopatienten müssen ja zusätzlich auch Empfehlungen zu Diät und Sport beherzigen. Mit gesunder Ernährung und mehr Bewegung lasse sich viel erreichen, so Jacob. Der Blutdruck sinkt damit um 10 mmHg systolisch und 6 mmHg diastolisch, außerdem verbessern sich die Blutfettwerte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »