Ärzte Zeitung, 13.09.2005

Jeder 3. Mensch kriegt Diabetes, fürchten Experten

Neue Behandlungsstrategien beim Europäischen Diabetes-Kongreß vorgestellt / Schwerpunkt Metabolisches Syndrom  

ATHEN (sko). 12 500 Teilnehmer aus 160 Ländern, 2 313 Abstracts - das sind die Zahlen zur 41. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD), die gestern in Athen begonnen hat. Klare Schwerpunkte dabei: das Metabolische Syndrom und neue Behandlungsstrategien.

Einer von drei Menschen, der im Jahr 2000 geboren ist, wird später einen Diabetes entwickeln. Mit dieser Zahl machte Dr. Robert Rizza, Arzt an der Mayo Clinic im US-amerikanischen Rochester und Präsident der American Diabetes Association, die Dringlichkeit des Problems Diabetes deutlich. "Diabetes geht uns alle an, egal in welchem Land wir wohnen", sagte der amerikanische Gast bei der Eröffnungspressekonferenz der EASD-Tagung.

Ein Schwerpunkt der Tagung ist das metabolische Syndrom, was auch an den vielen Untersuchungen zu diesem Thema deutlich wird. Auf die Frage, ob Patienten mit Metabolischem Syndrom bald nur noch ein Medikament schlucken müssen, sagte Rizza: "Die eine Pille für die Indikation Metabolisches Syndrom wird es meiner Meinung nach nicht geben."

In Zukunft würden eher einzelne Medikamente für verschiedene Erkrankungen geprüft werden, also Medikamente, die zum Beispiel sowohl bei Bluthochdruck als auch bei Hypercholesterinämie indiziert sind.

Außerdem könne das Metabolische Syndrom nicht als exakte Indikation verwendet werden, da es nicht klar genug definiert sei. Trotz der rasanten Entwicklungen auf diesem Gebiet gebe es noch viele unbeantwortete Fragen, hieß es in Athen. Neue Antidiabetika und neue Behandlungsstrategien werden mit Hochdruck erforscht. Dabei gibt es nicht nur Erfolge.

So sind etwa zwei Studien zur Diabetes-Typ-1-Prävention durch eine immunsuppressive Therapie gescheitert, wie Professor Decio L. Eizirik von der Universität in Brüssel und Honorary Secretary des EASD berichtete. "Jetzt müssen wir einen Schritt zurückgehen und neue Strategien finden, wie wir den Ausbruch eines Typ-1-Diabetes verhindern können", sagte Eizirik.

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