Diabetes

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Ärzte Zeitung, 15.11.2005

Diabetes-Nannis für Eltern und erkrankte Kinder

Stifung Dianiño unterstützt Familien mit diabeteskranken Kindern / Nanni-Projekt startet im kommenden Jahr

MÜNSTER (cin). Erkrankt ein Kind an Diabetes ändert sich das gesamte Leben. Stechen, Spritzen, häufige Arztbesuche, wenig Schokolade und Gummibärchen - meistens sind die Familien überfordert und stehen allein da. Hilfe von Ärzten reicht dabei häufig nicht aus. Hier sollen künftig Diabetes-Nannis Familien in schwierigen Phasen begleiten und helfen, die Problem zu bewältigen.

Prof. Reinhard Holl (li.) und Ingrid Pfaff von Dianiño erhalten von Matthias Borst, Geschäftsführer von Becton und Dickinson, einen Scheck über 30 000 Euro. Foto: cin

Die Stiftung für Diabetes-kranke Kinder Dianiño will das Projekt Diabetes-Nanni nächstes Jahr starten. Das Konzept ist jetzt in Münster vorgestellt worden. Das Projekt beginnt in Kooperation mit Professor Diethelm Tschöpe, Diabetesexperte aus Bad Oeynhausen und Dr. Ralph Ziegler, Kinderdiabetologe aus Münster.

Es sollen Familien unterstützt werden, bei denen Schwierigkeiten während der Behandlung der Kinder auftreten. Auch bei außergewöhnlichen Ereignissen wie Krankheiten, Geburt eines Geschwisterkindes, Trennung der Eltern oder finanziellen Notlagen soll Hilfe angeboten werden. Das Projekt wird von dem Unternehmen Becton und Dickinson mit 30 000 Euro unterstützt.

Ziel ist es, die Familie dazu anzuleiten, ihre Probleme selbständig bewältigen zu können, wie Ingrid Pfaff, Vorsitzende der Stiftung, betont hat. Das Konzept sieht vor, daß Ärzte mit den von ihnen betreuten Familien Kontakt aufnehmen und sich anschließend an Dianiño wenden. Die Stiftung will dann die Diabetes-Nanni vermitteln, die zwei bis drei Tage in der Woche Kind und Familie betreuen soll.

Bei der medizinischen Versorgung soll die Nanni eng mit den Ärzten kooperieren. Auf die psychosoziale Betreuung, etwa in Situationen, wo Kinder wegen ihrer Krankheit gehänselt werden oder auf Klassenfahrten einer Sonderbehandlung bedürfen, wird besonderer Wert gelegt.

Außerdem könnten sich die Nannis etwa um Absprachen mit Kindergärten, Schulen oder Ausbildungsplätzen kümmern. Nach vier Wochen ist ein erstes Feedback von allen Beteiligten vorgesehen.

Die Stiftung plant, Krankenschwestern und Diätassistentinnen oder Diabetesberaterinnen und -assistentinnen als Diabetes-Nannis einzusetzen. Aber auch andere, die Erfahrungen mit der Betreuung von Diabetes-kranken Kindern haben, könnten nach einer Ausbildung eingesetzt werden. Versicherung und Aufwandsentschädigung will die Stiftung übernehmen.

Weitere Informationen: Stiftung Dianiño, Ingrid Pfaff, Siemensstr. 8, 88 048 Friedrichshafen, Tel.: 075 41-604 00-41, Fax: - 60, E-Mail: info@stiftung-dianino.de, Internet: www.stiftung-dianino.de

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