Ärzte Zeitung, 28.04.2006

Mischinsulin wirkt besonders effektiv

Zwei Therapieprinzipien bei Typ-2-Diabetes verglichen

WIESBADEN (hbr). Typ-2-Diabetiker erreichen mit einer Kombitherapie aus NovoMix® 30 und Metformin im Vergleich zu Insulin glargin plus Glimepirid eine signifikant bessere Blutzuckereinstellung. Das hat die EuroMix-Studie ergeben.

Dr. Markus Eidenmüller stellte Daten der EuroMix-Studie vor. Foto: privat

Über die Daten der kürzlich veröffentlichten Studie hat Dr. Markus Eidenmüller aus Marburg beim Internistenkongreß in Wiesbaden berichtet. Die Studie verglich nicht Medikamente, sondern zwei oft bei Typ-2-Diabetikern verwendete Therapieprinzipien: 127 Patienten erhielten Insulin glargin plus den Sulfonylharnstoff Glimepirid. Insulin glargin wirkt etwa 24 Stunden lang; es wurde einmal täglich injiziert. Glimepirid regt die Insulinsekretion an.

128 Teilnehmer spritzten das biphasische Mischinsulin Insulin aspart (NovoMix® 30) zweimal täglich und erhielten außerdem Metformin. Das biphasische Insulin aspart enthält einen Basalinsulin-Anteil von 70 Prozent, außerdem 30 Prozent des schnell wirkenden Analogons Insulin aspart als Mahlzeiten-Bolus. Metformin verbessert unter anderem die Insulinresistenz.

Alle Patienten waren noch nie mit Insulin behandelt. Sie hatten seit mindestens sechs Monaten Typ-2-Diabetes und nahmen seit mindestens vier Monaten orale Antidiabetika ein. Ihr HbA1c lag zu Beginn zwischen sieben und zwölf Prozent. Blutzucker-Ziele waren nüchtern zwischen 90 und 144 mg/dl und eineinhalb Stunden nach dem Essen zwischen 90 und 180 mg/dl.

Nach 26 Wochen waren die Nüchternwerte ähnlich. Der HbA1c hatte in beiden Gruppen abgenommen. Die Verringerung mit Insulin aspart war signifikant stärker. Auch die Blutzuckerwerte nach Frühstück und nach Abendessen waren in dieser Gruppe signifikant niedriger.

Allerdings waren leichte Hypoglykämien dreimal häufiger, meist zwei bis drei Stunden nach dem Abendessen. Hier könnte also die Ernährung eine Bedeutung haben, so Eidenmüller bei einem von Novo Nordisk unterstützten Symposium. Schwere Unterzuckerungen kamen in beiden Gruppen nur einmal vor. Das Körpergewicht stieg bei Insulin aspart um 0,7 kg und beim Basalinsulin um 1,5 kg. Dieser Unterschied war nicht signifikant.

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