Ärzte Zeitung, 26.05.2006

Diabetes plus KHK: LDL sollte unter 70 mg/dl sein

Auf niedriges LDL-Cholesterin zu achten zahlt sich aus / Empfehlungen zur Therapie von Hochrisiko-Patienten

LEIPZIG (grue). Typ-2-Diabetiker mit koronarer Herzkrankheit sind kardiovaskuläre Hochrisiko-Patienten. Ihr LDL-Cholesterin-Spiegel sollte möglichst unter 70 mg/dl liegen.

Darauf hat Professor Dirk Müller-Wieland aus Düsseldorf bei einer Veranstaltung der Lipid-Liga zum Diabetes-Kongreß in Leipzig hingewiesen. Die LDL-Zielvorgabe von unter 70 mg/dl gelte nicht nur für Diabetiker mit KHK, sondern auch für Patienten nach akutem Koronarsyndrom und für Post-Infarkt-Patienten mit weiteren kardiovaskulären Risiken. Sie bilden zusammen eine Hochrisiko-Gruppe, für die eine LDL-Senkung auf Werte um die 100 mg/dl nicht ausreicht.

In der PROVE-IT-Studie etwa wurde bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom die intensivierte Lipidsenkung durch eine weitere Risikoreduktion von 16 Prozent in zwei Jahren belohnt. "Hatten die Patienten zusätzlich einen Diabetes, war die rigorose LDL-Zielwerteinstellung noch wichtiger", sagte Müller-Wieland.

Um bei einem dieser Patienten ein kardiovaskuläres Ereignis zu verhindern, mußten 17 von ihnen einen mittleren LDL-Wert von 62 mg/dl erreichen - das Verhältnis von Aufwand und Nutzen (Number needed to Treat, NNT) war damit sehr günstig. Auch die neuen amerikanischen Diabetes-Leitlinien (Diabetes Care 29 (1), 2006, S4-S42) empfehlen optional für Diabetiker mit sehr hohem Risiko eine LDL-Senkung auf unter 70 mg/dl, für alle anderen gilt ein Zielwert von unter 100 mg/dl.

Um das zu erreichen, brauchen die meisten Patienten ein Statin, sagte der Diabetes-Spezialist. "Muß das Cholesterin stark gesenkt werden, ist sogar eine kombinierte Therapie nötig". Sehr effektiv sei die gleichzeitige Hemmung von Cholesterinsynthese und -resorption.

Nach diesem dualen Wirkprinzip funktioniert das Medikament Inegy® mit den Wirkstoffen Ezetimib und Simvastatin. "Mit einer solchen Therapie erreichen mehr Patienten die Zielwerte", sagte Müller-Wieland

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

"GOÄ-Konsens bis Ende 2017 ist sportliches Ziel"

Wann kommt die neue GOÄ? Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" verrät GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Reinhard genaueres. mehr »

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »