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Ärzte Zeitung, 07.06.2006

Neuropathischer Schmerz kann schnell erkannt werden

Fragebogen ermöglicht Unterscheidung von neuropathischem und nozizeptivem Schmerz / Körperliche Untersuchung ist nicht nötig

LEIPZIG (mar). Haben Diabetiker chronische Schmerzen an Füßen und Beinen oder auch Händen und Armen, kann das ein Symptom einer peripheren Neuropathie sein, die etwa 20 bis 30 Prozent der Diabetiker entwickeln. Bis zu 50 Prozent der Patienten werden dann wegen ihrer Schmerzen immer noch mit NSAR behandelt.

Kollege untersucht Diabetiker auf Sensibilitätsstörungen der Füße. Foto: Klaro

Dabei seien NSAR nachgewiesen nicht wirksam bei neuropathischen Schmerzen, erinnerte Professor Thomas Tölle von der Neurologischen Klinik der TU München beim Diabetes-Kongreß in Leipzig. Wollen Kollegen einen schnellen Überblick über die Schmerzsymptome erhalten und Hilfe bei der Einschätzung, ob es sich bei Schmerzen eher um neuropathische oder nozizeptive handelt, sei der Screening-Fragebogen painDetect™ eine gute Option, so Tölle.

Fragebogen wurde in 465 Schmerzzentren validiert

Der Fragebogen ist von Schmerzexperten in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Pfizer entwickelt worden. Er sei in 465 schmerztherapeutischen Zentren in Deutschland validiert worden, berichtete Tölle. Bis Mai 2005 hätten etwa 13 000 komplette Datensätze von Patienten, die den Fragebogen ausgefüllt haben, vorgelegen.

Die Auswertung habe ergeben, daß mit dem Fragebogen bei 83 Prozent der Patienten eine korrekte Zuordnung der Schmerzen möglich gewesen sei, so Tölle bei einem Symposium des Unternehmens. Ein Vorteil von painDetect™: Ohne großen Zeitaufwand und ohne körperliche Untersuchung wird eine grobe Einordnung der Schmerzen pathologisch unterschiedlicher Genese ermöglicht.

Dies hat eine unterschiedliche Diagnostik und Therapie zur Folge. Anhand des ausgefüllten Fragebogens erhalten Ärzte schnell differenzierte Angaben zu Stärke, Lokalisation und Art der Schmerzen, etwa brennend oder einschießend, sowie über den Schmerzverlauf. Pro Frage werden je nach Ausprägung des Parameters Punkte vergeben und am Schluß addiert. Die maximal erreichbare Punktzahl ist 38.

Bei einer Endsumme ab 19 Punkten ist davon auszugehen, daß der Patient neuropathische Schmerzen hat. Bei 12 oder weniger Punkten ist eine neuropathische Schmerzkomponente eher unwahrscheinlich. Dann gehe man von nozizeptiven Schmerzen aus, so der Neurologe. Zwischen 13 und 18 Punkten lassen sich keine Aussagen machen, ob neuropathische Schmerzen vorliegen. Der Fragebogen ersetze aber keinesfalls eine gründliche Untersuchung und spezifische Diagnose.

Der Schmerzfragebogen ist über den Außendienst von Pfizer erhältlich.

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