Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 24.08.2006

Stiftung unterstützt Patienten bei der Blutzucker-Selbstmessung

Typ-2-Diabetiker sollen mehr Eigenverantwortung übernehmen / Broschüre mit Tips

HAMBURG (grue). Typ-2-Diabetiker können durch gesunde Ernährung, mehr Bewegung und mit Hilfe regelmäßiger Blutzucker-Selbstmessungen ihre Krankheit aktiv steuern. Dieses Bewußtsein will eine neugegründete Stiftung Patienten mit neu-erkanntem Diabetes vermitteln.

Blutzucker-Selbstmessungen ermöglichen Patienten mit neu erkanntem Typ-2-Diabetes, ihre Therapie selbst anzupassen. Foto: imago/McPhoto/Diez

Typ-1-Diabetiker wissen meist viel über ihre Krankheit und passen ihre Aktivitäten und Eßgewohnheiten den mehrmals täglich gemessenen Blutzuckerwerten an. Bei Typ-2-Diabetikern ist derart eigenverantwortliches Handeln eher die Ausnahme. Sie verfolgen Ratschläge zu einer gesünderen Lebensführung meist nur halbherzig, weil die Auswirkungen einer üppigen Mahlzeit oder ausgiebiger Bewegung auf den Blutzuckerspiegel nicht direkt zu erkennen sind.

Ein wesentlicher Motivationsfaktor ist auch für diese Patienten die regelmäßige Blutzucker-Selbstmessung, sagt Professor Stephan Martin vom Diabetes-Zentrum in Düsseldorf. Zusammen mit der Deutschen Diabetes-Stiftung und unterstützt von dem Unternehmen Roche Diagnostics hat der Diabetologe deshalb vor kurzem die Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes" gegründet. Ziel ist, Typ-2-Diabetiker zu einem aktiven Umgang mit ihrer Stoffwechselerkrankung zu ermutigen.

    Patienten lernen, wie das Essen die Blutzuckerwerte verändert.
   

Als erstes hat die Stiftung eine Broschüre mit dem Titel "Neustart Diabetes" herausgeben, die Martin bei einer Veranstaltung in Hamburg vorgestellt hat. Sie enthält Basisinformationen und Tips, wie neu-diagnostizierte Diabetes-Patienten das Potential nicht-medikamentöser Maßnahmen besser nutzen können.

Ausführlich wird in der Broschüre auf die Blutzucker-Selbstkontrolle eingegangen. Der Düsseldorfer Kollege empfiehlt hierfür folgendes Vorgehen: Die Patienten sollten zunächst ein Blutzucker-Tagesprofil erstellen und dafür siebenmal den Blutzucker messen - jeweils vor und nach den Hauptmahlzeiten sowie vor dem Schlafengehen. Dadurch soll den Patienten bewußt gemacht werden, wie sich ihre Blutzuckerwerte durch das Essen selbst und die Wahl der Nahrungsmittel verändern.

Ergänzende Messungen, zum Beispiel nach dem Verzehr von Kuchen einerseits oder nach sportlicher Betätigung andererseits, machen die positiven beziehungsweise negativen Wirkungen auf den Blutzucker noch deutlicher, wie Martin betont hat. Und darüber hinaus lasse sich an den Blutzucker-Meßwerten ablesen, daß bereits eine geringe Gewichtsabnahme den Zuckerstoffwechsel langfristig verbessert.

Die kostenlose Broschüre "Neustart Diabetes" kann unter der Rufnummer 0 18 05 /71 07 12 angefordert werden. Die Stiftung bietet zum Thema auch Informationen im Internet, und zwar unter der Adresse: www.chance-bei-diabetes.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »