Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 05.10.2006

Testosteron-Therapie senkt den HbA1c-Wert

Ausgleich eines Testosteronmangels kommt vor allem auch Typ-2-Diabetikern zugute / Studie mit 24 Männern

BERLIN (gvg). Ungefähr ein Drittel der älteren Männer hat einen Androgenmangel. Eine Behandlung verringert bei Diabetikern den HbA1c-Wert, wie eine Studie belegt.

"Es gibt eine Assoziation zwischen geringer Testosteronproduktion im Alter und Osteoporose, Muskelschwund und kognitiver Beeinträchtigung", erinnerte Professor Christof Schöfl von der Charité Berlin auf dem Charité Fortbildungsforum - Deutscher Ärztekongreß. Bei Testosteronmangel nehme das viszerale Fett zu. "Ein niedriger Testosteronwert ist prädiktiv für Typ-2-Diabetes", so Schöfl.

Seit kurzem gibt es eine erste Doppelblindstudie zu einem Therapie-Erfolg: 24 Männer über 30 Jahre mit Typ-2-Diabetes und Hypogonadismus erhielten entweder drei Monate lang alle zwei Wochen 200 mg Testosteron als intramuskuläre Injektion oder Placebo (European Journal of Endocrinology 2006, 154, 899). "In der Behandlungsgruppe war die Insulinresistenz geringer, und der HbA1c-Wert lag um 0,37 Prozentpunkte unter dem in der Placebogruppe", sagte Schöfl. Der Unterschied war signifikant.

Lassen sich daraus Therapie-Empfehlungen ableiten? Schöfl ist zurückhaltend: "Langzeitdaten zur Veränderung von Morbidität und Mortalität fehlen." Allerdings würden die Studien solche Effekte nahe legen.

"Keine Indikation besteht bei einem Gesamttestosteronwert über 12 Nanomol pro Liter Serum", unterstrich Schöfl. Unter 8 nmol hält er eine Therapie bei Diabetikern wie Nicht-Diabetikern für gerechtfertigt. Dazwischen gebe es eine Grauzone, in der Testosteron etwa bei Hitzewallungen, Leistungsschwäche, Schlafstörungen, Libido- oder Potenzverlust eine Option darstelle.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »