Diabetes

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Ärzte Zeitung, 16.01.2007

Bewahrt Statin die Insulinsekretion bei Typ-1-Diabetes?

Diabetiker mit Insulintherapie werden zusätzlich mit Atorvastatin behandelt / Hinweise auf immunmodulatorische Wirkung

WÖRNBRUNN (sto). Statine haben auch eine immunmodulierende Wirkung. Das haben nach Angaben von Professor Stephan Martin mehrere klinische Studien sowie auch tierexperimentelle Untersuchungen ergeben.

Bereits im Jahre 2003 ist eine erste Beobachtung publiziert worden, wonach Statine bei Patienten mit Multipler Sklerose einen positiven Effekt haben. Das hat der Diabetologe vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf bei den Grünwalder Gesprächen berichtet.

Außerdem: Nach einer Behandlung mit 40 mg Atorvastatin über sechs Monate werden mehrere Aktivitätsscores der rheumatoiden Arthritis deutlich gebessert. Das sei erst kürzlich sei in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie mit 116 Patienten mit rheumatoider Arthritis belegt worden, sagte Martin bei der vom Unternehmen Pfizer unterstützten Veranstaltung.

Bei der Pathogenese des Typ-1-Diabetes werden ähnliche Mechanismen diskutiert wie bei der Multiplen Sklerose oder der rheumatoiden Arthritis. Daher werde nun in der multizentrischen DIATOR(Diabetesintervention mit Atorvastatin)-Studie untersucht, ob die bei der Manifestation des Typ-1-Diabetes noch vorhandene Insulinsekretion durch eine Statinbehandlung erhalten werden kann, berichtete Martin.

In die Studie werden Patienten zwischen 18 und 40 Jahren innerhalb der ersten zwölf Wochen nach Beginn der Insulintherapie aufgenommen. Zusätzlich müsse einer der Typ-1-Diabetes assoziierten Antikörper (ICA, GAD, IA-2) positiv sein, sagte Martin. Ausschlusskriterien seien eine primäre Hypercholesterinämie mit lipidsenkender Medikation, andere schwer wiegende Erkrankungen sowie Suchterkrankungen.

Die Patienten werden mit 80 mg Atorvastatin (Sortis®) oder Placebo behandelt. Primärer Zielparameter ist der Erhalt der Insulinsekretion nach 18-monatiger Behandlung gemessen nach einer Testmahlzeit. Derzeit nehmen über 70 Patienten mit Typ-1-Diabetes an der Studie teil. Erste Zwischenergebnisse werden in etwa einem halben Jahr erwartet.

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