Ärzte Zeitung, 29.03.2007

Plädoyer für die Kombination mit Pioglitazon

Therapie bei Typ-2-Diabetes

FRANKFURT AM MAIN (hbr). "Wir brauchen Pioglitazon in der Monotherapie und in Kombination mit Insulin", so Privatdozent Rainer Lundershausen aus Erfurt. Denn das Antidiabetikum senkt nicht nur den Blutzucker: Die Patienten haben ein stark erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, und Pioglitazon verringert die Ereignisrate. Außerdem nimmt der Insulinbedarf ab.

Das macht das Glitazon für die kardiovaskulären Risiko-Patienten interessant, seit der Nutzen in der PROactive-Studie* mit 5238 Typ-2-Diabetikern nachgewiesen wurde. Darin war bei Zugabe von Pio-glitazon (actos®) zum Standard der Endpunkt aus Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall signifikant verringert, auch bei Insulintherapie. Das Glitazon senkt bei Typ-2-Diabetes die Insulinresistenz, die mit erhöhtem KHK- und Herzinfarkt-Risiko verknüpft war, so Lundershausen bei einer Veranstaltung von Takeda in Frankfurt am Main.

Vor kurzem erhielt es als einziges Glitazon die erweiterte EU-Zulassung zur Kombination mit Insulin. Kombiniert kann es den Insulinbedarf verringern und so Kosten sparen, so Dr. Helmut Heddaeus aus Würselen. Denn insulinresistente Patienten brauchen bei reiner Insulintherapie oft große Mengen. Das treibt aber Gewicht und Resistenz weiter hoch. Physiologische Insulinmengen sind also sinnvoll.

Mit der Insulinresistenz sinkt der Insulinbedarf, wie ein Beispiel belegt. Ein 37-jähriger Typ-2-Patient, der auf Insulin umgestellt wurde, brauchte 140 IE Normalinsulin plus Metformin. Trotzdem betrug der HbA1c-Wert 13 Prozent. Der Patient nahm in einem Jahr 12 kg zu.

Daraufhin wurde die Insulindosis auf 60 IE reduziert, die Metformin-Dosis wurde auf 2000 mg verdoppelt und zusätzlich wurde die Insulinresistenz mit täglich 30 mg Pioglitazon gesenkt. Damit sackte der Insulinbedarf in einem Monat auf 24 IE pro Tag ab, und die Blutzuckerwerte sanken auf 90 bis 140 mg/dl. Die rasche Abnahme des Insulinbedarfs mit Pioglitazon ist typisch und erfordert schnelle Insulindosis-Anpassungen.

* PROactive-Studie (PROspective pioglitAzone ClinicalTrial In macroVascular Events Study)

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