Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 16.05.2007

Schon ein Spaziergang senkt den Blutzucker

Zentrales Thema bei der Aktion "Gesünder unter 7": Bewegung als Basis der Therapie für Typ-2-Diabetiker

LAATZEN (hbr). Die Deutschen sind zu dick und bewegen sich zu wenig. Das ist riskant, denn beides fördert die Entwicklung von Diabetes. Bei manifestem Diabetes führen Übergewicht und Bewegungsmangel zu einer schlechten Stoffwechselkontrolle. Bewegung war deshalb das Thema bei der Diabetes-Aufklärungs-Aktion "Gesünder unter 7" in Laatzen bei Hannover.

Der schwingende Flexibar trainiert Muskeln ohne Anstrengung. Foto: Sanofi-Aventis

Bis zu 70 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Unter den Typ-2-Diabetikern haben sogar 85 Prozent Übergewicht, wie bei der Veranstaltung von Sanofi-Aventis berichtet worden ist. Bewegung wirkt dem entgegen und verbessert die Stoffwechselkontrolle bei Diabetes erheblich. So senkt schon ein halbstündiger Spaziergang den Blutzucker. Die Blutfettwerte sinken, und gleichzeitig mit der Fitness steigt das seelische Wohlbefinden. Die Muskelarbeit unterstützt den Gewichtsabbau.

Auch die Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetikern lässt sich mindern. Der HbA1c-Wert sinkt und damit das Risiko für Folgeschäden. Ziel der Aktion "Gesünder unter 7" ist es, die Bevölkerung über die langfristige Blutzuckerkontrolle und die Bedeutung des HbA1c-Wertes aufzuklären.

Ein typischer Diabetiker, der sich mehr bewegen soll, ist über 50 Jahre alt und hat sich mit Bewegung und Sport schon länger nur noch theoretisch beschäftigt, hat Dr. Michael Sarbandi aus Bielefeld bei der Aktion in Laatzen gesagt. Da fällt es oft schwer, wieder aktiv zu werden. Solche Menschen brauchen konkrete Tipps, die ihnen den Einstieg erleichtern, so der Sportwissenschaftler.

Hilfreich ist es zum Beispiel, wenn Ärzte ihre Diabetiker in örtliche Sportvereine, Diabetes- oder Herzsportgruppen vermitteln können. Damit haben Patienten eine konkrete Ansprechstelle. Und vielen Patienten fällt es leichter, sich regelmäßig mit einer Gruppe zu treffen als sich alleine aufzuraffen.

Wichtig ist, dass Patienten an der gewählten Bewegungsart Spaß finden, sonst bleiben sie nicht dabei. Zu hohe Anforderungen verderben den Spaß. "Er war ja lange bewegungsabstinent und muss das erst wieder lernen", betonte Sarbandi. Er empfiehlt vor allem Ausdauer-Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking. Eine Leistungssteigerung sollte dabei eher über die Dauer als über die Intensität erfolgen.

Mit ärztlicher Genehmigung können auch Patienten mit Handicaps - etwa einem Fußulkus - trainieren. Zum Beispiel mit einem Handkurbel-Ergometer oder mit Sitz-Gymnastik. Sportmuffel können zumindest den Bewegungsumfang im Alltag erhöhen, etwa durch Treppensteigen statt Aufzugfahren.

Für das Training zu Hause bietet sich der Flexibar an, ein etwa 1,40 m langer flexibler Stab. Er wird einfach festgehalten und durch leichte Handbewegungen in Schwingungen versetzt. Die Übungen damit sind äußerst einfach, aber sehr wirksam: Sie trainieren den ganzen Körper - ohne Anstrengung. Das kann wirklich fast jeder. Den Besuchern der Aktion in Laatzen hat es viel Spaß gemacht.

Nächste Station der Aktion ist Dresden

Die Diabetes-Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7" macht als nächstes in Sachsen Station.

  • Der Aktionsstand steht am 12. und 13. Juli 2007 von 10 bis 20 Uhr in der Altmarkt-Galerie in Dresden.
  • Letzte Station der diesjährigen Aktionen von "Gesünder unter 7" ist am 6. bis 7. September 2007 in Bayreuth. Die Aktionen sollen im Rotmain-Center stattfinden.

Die Besucher der Aktionsstände können sich bei Ärzten und Diabetesberaterinnen über Ursachen, Prävention und Therapie bei Diabetes informieren. Wer möchte, kann sein persönliches Diabetesrisiko testen. Dabei werden Blutzucker, Blutdruck und Bauchumfang gemessen. Diabetiker können auch ihren HbA1c-Wert messen lassen. Die Ärzte Zeitung ist Medienpartner der Aktion. (hbr)

Mehr Infos zu der Aktion unter www.gesuender-unter-7.de

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