Ärzte Zeitung, 21.05.2007

Gliptin senkt den HbA1c-Wert, ohne das Gewicht zu erhöhen

Bei Sitagliptin ist Risiko für Hypoglykämien nicht erhöht / Stoffwechseleinstellung mit dem Gliptin ist so effektiv wie mit Sulfonylharnstoff

HAMBURG (hbr). Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes bessert Sitagliptin die Stoffwechsel-Kontrolle ebenso effektiv wie ein Sulfonylharnstoff. Im Gegensatz zu diesem erfolgt aber mit dem Gliptin keine Gewichtszunahme. Außerdem macht es keine Unterzuckerungen.

Das ist das Resultat einer klinischen Studie, die Professor Baptist Gallwitz von der Universität Tübingen beim Diabetes-Kongress in Hamburg vorgestellt hat. An der Untersuchung beteiligten sich 1172 Typ-2-Diabetiker. Sie hatten zuvor mit einer Metformin-Monotherapie keine zufriedenstellende Einstellung mehr erreicht: ihr HbA1c-Wert betrug zu Beginn im Mittel 7,5 Prozent. Die Patienten erhielten einmal täglich entweder 100 mg des oralen Antidiabetikums Sitagliptin (Januvia®) oder einen Sulfonylharnstoff, der ihrem Bedarf entsprechend gesteigert wurde. Die Metformintherapie wurde beibehalten. Ziel war der Nachweis der Nicht-Unterlegenheit des Gliptins im Vergleich zum Sulfonylharnstoff.

Tatsächlich erwiesen sich die Therapien bei der HbA1c-Senkung als gleichwertig: In beiden Gruppen nahm dieser Parameter innerhalb eines Jahres um 0,7 Prozentpunkte ab. Auch erreichten ähnlich viele Patienten ein HbA1c unter sieben Prozent. Der Anteil betrug mit Sitagliptin 63 Prozent und mit dem Sulfonylharnstoff 59 Prozent. Jeweils 29 Prozent der Studienteilnehmer verringerten ihren HbA1c-Wert auf unter 6,5 Prozent.

Dabei belegt die Studie für das Gliptin Vorteile für die Entwicklung des Gewichtes und die Hypoglykämie-Rate. Denn Patienten, die Sulfonylharnstoff erhalten hatten, nahmen erwartungsgemäß zu. Im Mittel betrug der Gewichtszuwachs 1,2 Kilogramm. Mit dem Gliptin verloren sie 1,3 Kilogramm an Gewicht, so Gallwitz bei einer Veranstaltung des Unternehmens MSD. Der Unterschied war signifikant.

Außerdem spricht die geringere Hypoglykämie-Häufigkeit für das Gliptin: Nur fünf Prozent der Patienten hatten damit eine Unterzuckerung. Das entspreche dem Placebo-Niveau, so Gallwitz. In der Sulfonylharnstoff-Gruppe betrug der Anteil hingegen 32 Prozent.

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