Ärzte Zeitung, 23.05.2007

Vildagliptin bessert die Funktion der Inselzellen

HbA1c-Senkung ohne erhöhte Hypoglykämierate mit DDP-4-Hemmer / Einnahme unabhängig von Mahlzeiten

HAMBURG (grue). Der DDP-4-Hemmstoff Vildagliptin bessert die Insulinausschüttung bei Typ-2-Diabetikern und hemmt die Glukagonsekretion. Das Medikament soll im Herbst auf den Markt kommen.

Vildagliptin hemmt den Abbau von GLP-1, einem insulinotropen Darmhormon aus der Gruppe der Inkretine. Über einen hohen Inkretinspiegel wird die Produktion von Insulin stimuliert und die von Glukagon gedrosselt. Dadurch wird das bei Typ-2-Diabetikern gestörte Gleichgewicht der Pankreashormone wieder hergestellt. Vildagliptin senkt den HbA1c-Wert signifikant ohne erhöhtes Risiko für Hypoglykämien. Das hat Professor Burkhard Göke aus München bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis gesagt. Das Mittel wird als Tablette einmal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. In Studien wurde das Medikament als Mono- oder Kombinationstherapie bei über 7000 Patienten geprüft. "Der HbA1c-Wert sank in den Monotherapiestudien während einer sechsmonatigen Behandlung um durchschnittlich ein Prozent", sagte Göke. Der neue Wirkstoff sei damit ähnlich wirksam wie andere orale Antidiabetika, aber besser verträglich als etwa Metformin und Glitazone. Außerdem steige damit das Körpergewicht nicht.

Vildagliptin wurde als Zweifachkombination mit Metformin, Sulfonylharnstoffen, Glitazonen oder Insulin geprüft. Bei zuvor nicht ausreichend behandelten Patienten wurde mit Vildagliptin der HbA1c-Wert weiter gesenkt, so Göke. So erreichten alte, mit Insulin behandelte Patienten durch die orale Zusatztherapie eine bessere Stoffwechsellage und hatten keine erhöhte Hypoglykämierate. Einer Gruppe von Typ-2-Diabetikern mit anfänglich hohen HbA1c-Wert (7,5 bis 11 Prozent) wurde Vildagliptin 100 mg plus Pioglitazon 30 mg als Initialtherapie verabreicht. Ihr HbA1c-Wert sank dabei um bis zu 2,8 Prozentpunkte. Zwei Drittel von ihnen erreichten den Zielwert (unter sieben Prozent). Da die Wirkung von Vildagliptin blutzuckerabhängig ist, war der Effekt in dieser Studie bei hohen HbA1c-Ausgangswerten am stärksten.

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