Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 13.06.2007

Tipps für die Einstellung von Typ-2-Diabetikern auf Insulin

Intensität der Insulintherapie muss zum Patienten passen / Bundesweite Aufklärung

LAATZEN (hbr). Bei Diabetikern sollte der HbA1c unter sieben Prozent liegen, um Folgeschäden vorzubeugen. Die Diabetes-Aktion "Gesünder unter 7" informiert hierzu bundesweit. Um das Ziel zu erreichen, müssen viele Patienten auf Insulin eingestellt werden. Tipps dazu wurden bei den Aktionstagen in Laatzen bei Hannover gegeben.

Vor dem Insulinstart sind zunächst Blutzucker-Tagesprofile sinnvoll. Dafür sollte ein Patient etwa eine Woche lang vor und 1,5 Stunden nach den drei Hauptmahlzeiten und vor dem Schlafengehen messen, so Dr. Ralph Geldmacher aus Hannover. Das deckt Schwachpunkte der Diabeteskontrolle auf.

Beispiel ist ein Typ-2-Patient, der schon länger Metformin erhält: Die Tagesprofile belegen, dass die Morgenwerte über 140 mg/dl liegen und sein Blutzucker erst über Nacht ansteigt. Andere Versuche, etwa mehr Metformin, sind nicht möglich oder genügen nicht: Insulin ist fällig. Geldmacher beginnt mit 4 IE Basalinsulin am Abend und steigert die Dosis alle zwei bis drei Tage um ein bis zwei Einheiten, bis das Nüchternziel - unter 120 mg/dl - erreicht ist. Dabei wird zunächst basales NPH-Insulin gegeben. Wenn es die Leberaktivität zwischen vier und sechs Uhr morgens nicht ausreichend begrenzt, kommt ein länger wirkendes Analoginsulin zum Zuge, etwa Insulin glargin (Lantus®).

Ein anfangs höheres Nüchternziel unter 150 mg/dl ist für Patienten mit hohen Ausgangswerten anzuraten, so der Diabetologe bei der Diabetes-Aufklärungsaktion von Sanofi Aventis in Laatzen bei Hannover. Denn bei zu rascher Absenkung können Pseudo-Hypoglykämien auftreten und die Patienten verschrecken.

Ein dauerhaft höherer Zielwert von 140 bis 160 mg/dl kann bei alten Patienten sinnvoll sein. Denn bei ihnen stehen Hypoglykämie-Vermeidung und Symptomfreiheit im Zentrum. Wobei "alt" das biologische Alter meint und nicht das Lebensalter, so Geldmacher: Ein fitter 80-Jähriger kann durchaus eine intensive Insulintherapie bewältigen. Andere sind schon mit 65 Jahren nicht mehr dazu in der Lage - sie stünden damit nur unter Dauerstress. Das muss man akzeptieren, sagt Geldmacher. "Denn die Therapie muss dem Patienten Vorteile bringen", so der Diabetologe. "Ob ich damit Leitlinien bedienen kann, ist sekundär."

Die nächsten Aktionstage sind in Dresden

Noch zwei Termine sind bei der bundesweiten Diabetes-Aufklärung "Gesünder unter 7" in den nächsten Monaten geplant:

  • 12. bis 13. Juli 2007 in Dresden in der Altmarkt-Galerie
  • 6. bis 7. September 2007 in Bayreuth im Rotmain-Center

In Dresden bietet der Sportwissenschaftler Dr. Michael Sarbandi die Workshops "Diabetes & Fit!" an. Er wird dabei auch die individuelle Fitness der Besucher bewerten. An den Aktionsständen können sich Passanten zudem über Ursachen, Prävention und Therapie bei Diabetes informieren. Wer möchte, kann sein persönliches Diabetesrisiko testen. Die "Ärzte Zeitung" ist Medienpartner der Aktion. (hbr)

Mehr Infos zu der Aktion unter www.gesuender-unter-7.de

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