Ärzte Zeitung, 25.07.2007

Bei langjährigem Diabetes senkt Glitazon plus Insulin den Blutzucker

Studie belegt den Nutzen einer zusätzlichen oralen Therapie mit Rosiglitazon

DALLAS (Rö). Bei Patienten mit langjährigem Typ-2-Diabetes ist der Blutzucker oft trotz Insulintherapie ungünstig eingestellt. Ihnen bringt eine zusätzliche orale GlitazonTherapie eine entscheidende Besserung. Das ist in einer Studie für die Zugabe von 2 und 4 mg Rosiglitazon belegt worden.

Während der Erkrankung werden die Blutzuckerwerte oft durch zunehmende Insulinresistenz schlechter. Foto: sbra

Durch den Zusatz sank bei den mit Insulin behandelten Patienten der HbA1c-Wert signifikant. Und zwar mit täglich 2 mg Rosiglitazon (in Deutschland als Avandia® auf dem Markt) im Vergleich zu Placebo um 0,3 Prozentpunkte, mit 4 mg um 0,4 Prozentpunkte. Zudem verringerte sich die Konzentration des C-reaktiven Proteins im Vergleich zu Placebo um 22 Prozent und 32 Prozent.

Das Profil unerwünschter Wirkungen, darunter auch die Inzidenz von Hypoglykämie und Ödemen, war in den unterschiedlichen Behandlungsgruppen gleich. Die unerwünschten Wirkungen waren zumeist mild bis moderat.

Und so ist die Arbeitsgruppe um Dr. Priscilla Hollander vom Baylor College in Dallas im US-Staat Texas im Einzelnen vorgegangen: In ihre Doppelblind-Studie nahmen sie 630 Typ-2-Diabetiker auf, bei denen nach langjähriger Erkrankung trotz Insulintherapie die Einstellung nicht gut genug war. Jeweils etwa 200 Patienten erhielten über 24 Wochen zusätzlich zu ihrer Insulin-Therapie Placebo oder aber 2 oder 4 mg Rosiglitazon täglich (Arch Intern Med 167, 2007, 1284).

Die Wissenschaftlerin weist darauf hin, dass sich bei langjährig mit Insulin behandelten Typ-2-Diabetikern günstige Blutzuckerwerte oft verschlechtern. Die Ursache ist eine erhöhte Insulinresistenz und eine Erschöpfung der Betazellen. Durch die Therapie mit dem Glitazon wird dann die Insulinresistenz wieder abgeschwächt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »