Ärzte Zeitung, 21.11.2007

KOMMENTAR

Chancen für alte Diabetiker nutzen!

Von Wolfgang Geissel

Eine möglichst normnahe Blutzuckereinstellung ist auch bei alten Menschen mit Typ-2-Diabetes das primäre Therapieziel. Die Vermeidung von Spätschäden ist bei fortgeschrittenem Alter zwar oft als Argument für eine strenge Blutzuckerkontrolle zu relativieren. Doch begünstigen hohe Blutzuckerspiegel zum Beispiel geistigen Abbau und Demenz und bedrohen damit schnell die Selbstständigkeit von Betroffenen.

Auch bei alten Menschen muss deshalb meist im Verlauf der Krankheit für eine ausreichende Stoffwechselkontrolle von einer oralen Therapie auf Insulin umgestellt werden. Es ist dabei ratsam, die Behandlung mit dem Hormon möglichst früh zu beginnen. So können sich Patienten an die komplizierte Therapie gewöhnen, wenn sie noch relativ rüstig sind. Mit modernen Medikamenten lassen sich dabei Unterzuckerungen weitestgehend vermeiden.

Viele Hilfen sind in den vergangenen Jahren entwickelt worden, um alten Menschen eine Insulintherapie zu erleichtern. Dazu gehören spezielle Insulin-Pens, auf denen sich die Zahlen zur Dosiseinstellung mit eingeschränkter Sehfähigkeit lesen lassen und die auch Patienten mit feinmotorischen Defiziten gut handhaben können.

Und ein spezielles geriatrisches Schulungsprogramm hilft, bei kognitiven Einschränkungen die Grundlagen der Behandlung zu vermitteln. Mit einer so angemessenen Therapie lässt sich motivierten alten Typ-2-Diabetikern ein gutes Maß an Lebensqualität erhalten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »