Ärzte Zeitung, 21.01.2008

Diabetiker mit pAVK sind stark vital gefährdet

MÜNCHEN (kat). Patienten mit pAVK haben ein hohes Risiko für atherothrombotische Ereignisse und vorzeitigen Tod. Das gilt besonders für Diabetiker. Die getABI-Studie hat ergeben: Oft wird nicht an eine pAVK gedacht und daher bei Risikopatienten der Gefäßstatus in der Peripherie nicht abgeklärt.

So sind 28 Prozent der pAVK-Patienten nach fünf Jahren gestorben. Bei Patienten mit Herzinfarkt trifft das auf sieben Prozent, bei Diabetikern mit Herzinfarkt auf 19 Prozent zu. Die Prognose sei also deutlich schlechter als bei anderen Atherothrombose-Manifestationen, sagte Dr. Andreas Meitaschk, niedergelassener Angiologe aus München. Meitaschk wies darauf hin, dass die Sterberate nicht erst erhöht ist, wenn die pAVK symptomatisch ist. "Das Leben ist um so kürzer, je ausgeprägter die pAVK ist", so Meitaschk bei einer von Bristol-Myers Squibb unterstützten Veranstaltung in München.

Diabetes plus pAVK - hohes Risiko für Amputationen

Vital gefährdet sind besonders Diabetiker mit pAVK. So stieg in der Cleveland-Clinic-Studie die Fünf-Jahres-Sterberate von 18 auf 45 Prozent, wenn außer der pAVK ein Diabetes bestand. Die Amputationsrate ist bei diesen Patienten mehr als zehnfach erhöht, wie dem dänischen Amputationsregister zu entnehmen ist.

Vor diesem Hintergrund sei erschreckend, dass gefäßkranke Diabetiker eher einen schlecht eingestellten HbA1c haben, so Mietaschk. Denn ihre Thrombozyten neigen sowieso vermehrt zur Aggregation, und zwar umso mehr, je schlechter ihr Knöchel-Arm-Index (ABI) ist. Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel (vom Unternehmen als Iscover® angeboten) erhielten diese Patienten noch viel zu selten.

Typische Diabetiker sind leicht erkennbar

Besonders sollte dem typischen Prototypen des unentdeckten Diabetikers mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, riet der Angiologe. Bei Patienten mit erhöhtem BMI, Taillenumfang, Blutdruck, Triglyzerid- und Harnsäurewerten sowie erniedrigtem HDL-Wert sollten eine anamnestische Abklärung, eine körperliche und eine einfache Taschendoppleruntersuchung erfolgen. Ist der Befund pathologisch, sollte eine Duplexuntersuchung folgen. Nur bei geplanter Intervention sei eine Angiografie indiziert.

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