Ärzte Zeitung, 30.04.2008

Lebensstil-Änderung von Diabetikern klappt wirklich

Durch intensive Intervention sank in einer Studie der HbA1c-Wert von 7,3 auf 6,6 Prozent / Patienten verloren im Mittel neun Prozent Gewicht

Typ-2-Diabetiker können bei entsprechender Anleitung signifikant Gewicht reduzieren und kardiovaskuläre Risikofaktoren abbauen. Das bestätigt das Einjahresergebnis der Look-AHEAD*-Studie.

Das gilt auch für bereits mit Insulin behandelte Typ-2-Diabetiker, berichten Dr. Mark Espeland von der Wake Forest University in Winston-Salem, North Carolina, und seine Kollegen (Diabetes Care 30, 2007, 1374). An der randomisierten, kontrollierten Multicenterstudie hatten 5145 übergewichtige oder adipöse Typ-2-Diabetiker teilgenommen.

Jeweils die Hälfte der Patienten nahm an einem intensiven Lebensstil-Programm teil oder erhielt allgemeine Unterstützung beim Umgang mit Diabetes sowie eine Schulung (Kontrollgruppe). Ziel der Intervention war die Kalorienreduktion mit fettreduzierter, proteinreicher Nahrung sowie möglichst 175 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche. Die Diabetes-Therapie oblag dem persönlichen Arzt der Patienten. Die Studie soll 11,5 Jahre dauern.

Ergebnisse nach einem Jahr: In der Interventionsgruppe war der HbA1c von 7,3 auf 6,6 Prozent gefallen, in der Kontrollgruppe unverändert geblieben. Die Lebensstil-Änderung führte im Mittel zu einem Verlust von 9 Prozent des Ausgangsgewichts, fast 40 Prozent der Studienteilnehmer verloren mehr als zehn Prozent des Gewichts. Selbst Insulin-behandelte Patienten verloren im Mittel 7,6 Prozent. In der Kontrollgruppe sank das Gewicht nur minimal.

Der systolische Blutdruck nahm in der Interventionsgruppe um 6,8 mmHg (von 128 auf 121 mmHg) ab, in der Kontrollgruppe um 2,8 mmHg (von 129 auf 127 mmHg). Alle Unterschiede waren signifikant. Mit Intervention sanken die Triglycerid-Spiegel signifikant stärker, die HDL-Werte stiegen signifikant stärker. Trafen vor Beginn der Studie auf jeweils etwa 94 Prozent der Teilnehmer die Kriterien eines metabolischen Syndroms zu, war das nach einem Jahr mit Intervention noch bei 79 Prozent und ohne Intervention bei 87 Prozent der Fall. (ner)

*AHEAD - Action for Health in Diabetes

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