Ärzte Zeitung, 30.04.2008

Laborwerte und Messwerte sind nicht identisch

Direktvergleiche von Werten aus unterschiedlichen Messmethoden sind nicht möglich. Denn die Werte aus Selbstmessungen unterscheiden sich von Blutzuckerwerten, die im Labor bestimmt worden sind. Der Grund: Für Laborbestimmungen wird meist venöses Blut genommen, in dem die Blutzuckerkonzentration niedriger ist als im Kapillarblut aus dem Finger.

Im Labor wird das Blutserum von den festen Blutbestandteilen getrennt und der Glukosegehalt im Serum bestimmt. Dieser Wert ist wiederum bis zu 15 Prozent höher als im venösen Blut. Weil die per Selbstkontrolle bestimmten Blutzuckerwerte nur angenähert den tatsächlichen Werten entsprechen, dürfe mit diesen Geräten kein Glukosetoleranztest vorgenommen werden, betont Professor Stephan Martin aus Düsseldorf.

"Natürlich hat es keine wesentlichen klinischen Konsequenzen, ob jemand 114 mg/dl oder 124 mg/dl misst. Gibt es jedoch Diskrepanzen zwischen hoch gemessenen HbA1c-Werten und guten Werten der Selbstkontrolle, sollte man mal aus venösem Blut nachmessen". (ner)

Lesen Sie mehr im Special:
Blutzucker-Selbstmessung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »