Ärzte Zeitung online, 29.08.2008

Pankreaszellen direkt in Zellen verwandelt, die Insulin ausschütten

CAMBRIDGE (ple). Mit modernen gentechnischen Methoden ist es US-Forschern gelungen, ausdifferenzierte exokrine Pankreaszellen direkt in Insulin-ausschüttende Beta-Zellen zu verwandeln. Der Umweg über Stammzellen war nicht erforderlich.

Wie die US-Arbeitsgruppe um Dr. Douglas Melton von der Harvard-Universität in Cambridge berichtet, schleusten die Forscher die Gene von drei Zellfaktoren mit Unterstützung von Adenoviren in vivo in Pankreaszellen von zwei Monate alten Mäusen (Nature-online). Diese Erkältungsviren befallen bevorzugt die exokrinen Pankreaszellen, nicht dagegen die Beta-Zellen. Die durch die Verwandlung entstandenen Zellen ähnelten sehr den Insulin-ausschüttenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Darüber hinaus sezernierten die umgewandelten Zellen Insulin, sie bildeten allerdings keine Pankreasinseln. Der Effekt der Umprogrammierung der Zellen war zellspezifisch und wurde nur bei exokrinen Pankreaszellen beobachtet, nicht dagegen etwa bei Fibroblasten oder Muskelzellen.

Nach Ansicht der US-Forscher könnten die Ergebnisse eines Tages dazu beitragen, Zellen etwa aus der Haut oder aus dem Blut direkt in andere Zellen zu verwandeln - ohne den Umweg über Stammzellen nehmen zu müssen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »