Ärzte Zeitung online, 03.12.2008

Leitlinie Diabetes setzt auf verminderte Insulinresistenz

Medikamentös begonnen wird mit Metformin / Insulin kommt früh ins Spiel

DÜSSELDORF (Rö). Neue Studiendaten haben dazu geführt, dass für Typ-2-Diabetiker die Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) geändert worden ist. Dabei werden Therapeutika zum Teil neu gewichtet und neue Wirkstoffe aufgenommen. Zudem werden die Therapieziele individueller.

Blutzucker-Kontrollen sind Grundlage für den Therapieerfolg.

Foto: sbra

Im neuen Therapieschema wird medikamentös grundsätzlich mit Metformin begonnen, um die Insulinresistenz zu mindern. Es sei denn, es ist kontraindiziert.

Schon früh wird darauf gesetzt, Antidiabetika zu kombinieren. Wenn der HbA1c trotz Basistherapie und Metformin nach drei bis sechs Monaten zwischen 6,5 Prozent und 7,5 Prozent liegt, wird zu einer Zweierkombi geraten.

Als Metforminpartner werden alphabetisch genannt: Acarbose, DPP-4-Hemmer, Exenatid, Glitazone, Sulfonylharnstoffe und Sulfonylharnstoffanaloga. Ist der HbA1c-Wert so nicht auf 6,5 Prozent zu senken, oder liegt er schon zu Beginn über 7,5 Prozent, wird die Kombi eines oralen Antidiabetikums, besonders Metformin mit Insulin empfohlen.

Das Ziel für den HbA1c von 6,5 Prozent wird durch neue Langzeitdaten der UKPD-Studie gestützt: Die Sterberate war um relative 13 Prozent und die Myokardinfarktrate um 15 Prozent verringert im Vergleich zu konventionell Behandelten.

Der strenge Wert gilt aber nicht bei hohem kardiovaskulären Risiko und älteren multimorbiden Patienten. Wichtig ist für die DDG: nach der ACCORD- und ADVANCE-Studie sind Hypoglykämien, besonders schwere, zu vermeiden sowie starke Gewichtszunahme.

www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

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