Ärzte Zeitung online, 05.01.2009

Mit Vorstufe von Vitamin B 1 gegen Neuropathie

GIEßEN (run). Diabetiker mit einer Polyneuropathie profitieren von der Einnahme von Benfotiamin - einer Vorstufe des Vitamin B 1. Vor allem die mit der Nervenschädigung verbundenen Schmerzen können offenbar verringert werden. Hinweise darauf liefert eine aktuelle Studie.

Neuropathien sind eine der häufigsten Folgen eines erhöhten Blutzuckerspiegels. Doch auch bei Patienten mit guter Einstellung kommt es bei fast jedem dritten zu einer Nervenschädigung, wie die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie hinweist. Als ein Auslöser wird bereits seit Längerem ein Mangel an Vitamin B 1 diskutiert. Dessen Konzentration ist bei Diabetikern um 75 Prozent geringer als bei Gesunden.

In einer kontrollierten Studie mit 165 Patienten mit einer diabetischen Polyneuropathie haben nun Gießener Forscher den Nutzen einer Therapie mit der fettlöslichen Vitamin-Vorstufe Benfotiamin untersucht, da diese Substanz zehnmal besser vom Körper aufgenommen wird als das wasserlösliche Vitamin selbst.

Die Patienten erhielten dabei sechs Wochen lang randomisiert entweder täglich 300 oder 600 mg Benfotiamin oder ein Placebo-Präparat. Die Patienten mit einer durchschnittlichen Erkrankungszeit von zwölf Jahren hatten einen HbA1C-Wert von im Mittel 7,7 Prozent.

Bei der Auswertung zeigte sich ein deutlicher Unterschied im Neuropathie-Symptomenscore (NSS) zwischen den beiden Behandlungsgruppen und der Placebogruppe, wie Professor Hilmar Stracke vom Universitätsklinikum Gießen berichtet (Exp Clin Endocrinol Diabetes (116, 2008, 600). So wurde bei der Intention-to-treat-Analyse der NSS von anfangs etwa 7,6 Punkten durch die hochdosierte Behandlung um 1,35 Punkte und durch die niedrig dosierte Behandlung um 0,9 Punkte reduziert. Mit Placebo sank der Wert um 0,63 Punkte. Der Unterschied war knapp unter Signifikanz-Niveau.

Auch beim Gesamt-Symptomenscore profitierten die Patienten am stärksten von der 600-mg-Therapie. Bei den einzelnen Symptomen besserten sich vor allem die Schmerzen.

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