Ärzte Zeitung, 13.01.2009

Darmhormon-Analogon in Sicht

Liraglutide hat eine Halbwertszeit von 13 Stunden

ROM (ej). "Medikamente, die den GLP-1-Rezeptor stimulieren, sind prinzipiell in der Lage, den Blutzucker bei Typ-2-Diabetikern weitgehend zu normalisieren", sagt Professor Michael Nauck vom Diabeteszentrum Bad Lauterberg. Und das sogar ohne Hypoglykämierisiko, wie die LEAD-Zulassungsdaten zu dem neuen GLP-1 Analog Liraglutide erneut belegt haben. Liraglutide weist eine 97-prozentige Übereinstimmung mit dem menschlichen Darmhormon GLP (Glucagon-Like Peptide)-1 auf, so Nauck bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novo Nordisk zum europäischen Diabetes-Kongress in Rom.

Wie der Inkretinforscher weiter ausführte, ist die Neigung zur Bildung von Antikörpern dadurch reduziert. In der Tat erwirkten minimale Modifikationen am Peptid und die Verknüpfung mit einer Fettsäure bereits eine Verlängerung der Halbwertszeit auf rund 13 Stunden, im Vergleich zu 1 bis 2 Minuten des natürlichen GLP-1. Mit diesem Verzögerungsprinzip kann das GLP-1-Analogon Liraglutide über 24 Stunden stabile Plasmaspiegel erzielen und den Blutzucker effizient senken.

Dies belegen die Daten des umfangreichen Phase-III-Studienprogramms, in dem Liraglutide im Vergleich zu herkömmlichen Standardtherapien bei insgesamt 4000 Patienten in unterschiedlichen Phasen des Typ-2-Diabetes geprüft wurde. "Zusammenfassend kann man sagen, Liraglutide führte bei allen Formen des Typ-2-Diabetes - vom Frühstadium bis zur Insulinpflicht - zu signifikanten Reduktionen des HbA1c-Wertes und der Nüchternblutzuckerspiegel", sagte Nauck.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »