Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung online, 09.01.2009

Gewichtszunahme bei Psychopharmaka? Frühe Intervention kann helfen!

BERLIN (gvg). Zahlreiche Antipsychotika haben unerwünschte metabolische Effekte. Frühe verhaltenstherapeutische Interventionen und eine überlegte Auswahl des Präparates können das Risiko reduzieren. Gut gemachte Psychoedukationsprogramme, bestehend aus Diätberatung, körperlichen Übungsprogrammen und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, können den Gewichtszuwachs durchaus halbieren.

Gewichtszunahme und andere metabolische Effekte von Psychopharmaka sollten bei der Langzeittherapie von Patienten mit Depression oder Schizophrenie stärker in die Therapieplanung einbezogen werden. Das forderten Psychiater aus Berlin und Mannheim beim 33. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer in Berlin.

So mahnte Professor Isabella Heuser von der Charité Berlin zur Vorsicht bei der Verordnung der stimmungsstabilisierenden Medikamente Valproat, Carbamazepin und Lithium. Diese Präparate werden bei depressiven Patienten zur Rückfallprophylaxe eingesetzt. "Sie sind mit einem relativ hohen Risiko der Gewichtszunahme behaftet und sollten deswegen bei übergewichtigen Patienten oder Patienten mit gestörter Glukosetoleranz mit Zurückhaltung verordnet werden", so Heuser. Besser geeignet seien in dieser Situation stoffwechselneutralere Antidepressiva wie etwa Bupropion, Fluvoxamin oder Sertralin.

Auswahl der Arznei kann Gewicht beeinflussen

Bei Patienten mit Schizophrenie gelten ähnliche Überlegungen, wie Professor Michael Deuschle vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim sagte. "Unsere Leitlinien empfehlen, bei Gewichtszunahme unter antipsychotischer Therapie das Umsetzen des Medikaments zu erwägen. Aber besser ist es natürlich, von Anfang an Präparate einzusetzen, bei denen es nicht oder selten zu einer Gewichtszunahme kommt", so Deuschle.

Besonders problematisch mit Blick auf die Gewichtszunahme und auch auf die Entwicklung eines Diabetes mellitus seien Clozapin und Olanzapin, zu denen es bei einigen Patienten allerdings keine Alternative gebe. Weitgehend neutral verhielten sich dagegen beispielsweise Aripiprazol, Ziprasidon und Amisulprid.

Unabhängig vom eingesetzten Präparat plädierte Deuschle dafür, der Entwicklung metabolischer Komplikationen bei Patienten unter antipsychotischer Therapie vorzubeugen. Gut geeignet seien hier frühe verhaltenstherapeutische Interventionen, die möglichst schon bei Therapiebeginn einsetzen sollten. Wichtig ist allerdings die "Dosis": Zwei Sitzungen pro Woche über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten seien ein guter Richtwert, so der Experte.

Psychoedukation halbiert die Gewichtszunahme

Gut gemachte Psychoedukationsprogramme, bestehend aus Diätberatung, körperlichen Übungsprogrammen und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, könnten den Gewichtszuwachs unter antipsychotischer Therapie durchaus halbieren, so Deuschle. Er zitierte eine randomisierte Studie mit 61 Patienten, bei denen begleitend zu Beginn einer antipsychotischen Behandlung ein Therapieprogramm mit 10 bis 14 Einzelsitzungen gemacht wurde. Der Effekt: Die mittlere Gewichtszunahme lag bei vier Kilogramm, gegenüber sieben Kilogramm ohne die Intervention.

Deuschle betonte, dass derartige Effekte auch bei Patienten erreichbar seien, die unter Therapie bereits zugenommen haben. Der Erfolg sei dann aber nicht mehr so ausgeprägt: "Eine frühe Intervention ist präventiv am wirksamsten", so der Experte.

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