Ärzte Zeitung online, 23.01.2009

Diabetes kann auf Magen und Darm schlagen

NEU-ISENBURG (eb). Patienten mit Diabetes leiden häufiger an Magen-Darm-Problemen als Gesunde. Auslöser dafür ist oft eine autonome Neuropathie, die bekanntermaßen durch einen erhöhten Blutzucker verursacht wird. Deshalb ist besonders bei Diabetikern mit anhaltenden oder wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden eine genaue Diagnostik nötig.

Grundsätzlich können gastrointestinale Funktionsstörungen als Folge des Diabetes mellitus in sämtlichen Bereichen auftreten. Daran erinnert Privatdozentin Jutta Keller aus Hamburg. (Der Diabetologe 8, 2008, 619). Typisch sind zum Beispiel Beweglichkeitsstörungen der Speiseröhre, die eine Dysphagie oder einen Reflux auslösen können. Aber auch Übelkeit, Bauchschmerzen oder Blähungen sind mögliche Folgen. Grund kann ebenfalls eine Neuropathie sein, die die Magenentleerung verlangsamt oder beschleunigt.

Treten solche Beschwerden bei Diabetes-Patienten auf, müssen zunächst organische Ursachen wie Stenosen oder Entzündungen ausgeschlossen werden, wie Keller betont.

Funktionsdiagnostische Methoden können auf eine Neuropathie als Ursache hinweisen, so zum Beispiel ein spezieller Atemtest bei einer Störung der Magenentleerung.

Ist eine Neuropathie die Ursache, führt häufig eine verbesserte Einstellung der Blutzuckerwerte zu weniger Beschwerden. Allerdings ist eine gute Einstellung bei diesen Patienten besonders schwer zu erreichen, wie Keller weiß. Denn weil gerade gastrointestinale Störungen die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung beeinflussen, wirkt dies auch auf den Blutzuckerspiegel zurück.

Bei 30 bis 50 Prozent aller Diabetespatienten lassen sich mit sensitiven Methoden Magenentleerungsstörungen nachweisen. Bei einem Großteil verlaufen diese Störungen allerdings subklinisch. Bis zu 10 Prozent der Diabetespatienten haben dyspeptische Beschwerden.

Bei den Betroffenen mindern gastrointestinale Beschwerden die Lebensqualität signifikant.

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