Ärzte Zeitung online, 04.02.2009

Kombi-Transplantation von Niere und Pankreas: Diabetiker können profitieren

HEIDELBERG (eb). Diabetiker könnten langfristig profitieren, wenn ihnen gleichzeitig eine Niere und eine Bauchspeicheldrüse transplantiert werden. Das berichten Wissenschaftler des Uniklinikums Heidelberg. So sei nicht nur die Überlebenszeit der Empfänger, sondern auch die der verpflanzten Organe höher.

Bereits fünf Jahre nach der Transplantation sei die kombinierte Organübertragung einer einzelnen Spenderniere überlegen, schreiben die Wissenschaftler im Journal of the American Society of Nephrology. Außerdem habe die Transplantation eines Insulin produzierenden Pankreas erhebliche Vorteile.

Die Heidelberger Wissenschaftler um Professor Gerhard Opelz untersuchten die Daten von einigen tausend Transplantationen. Dabei fanden sie nur leichte Nachteile für die Kombinationstransplantation: "Die größere Operation birgt ein leicht erhöhtes Risiko", erklärt Dr. Christian Morath, Oberarzt in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Jedoch bedeute die kombinierte Transplantation, dass der Diabetes ebenfalls "geheilt" sei.

Im Idealfall benötige der Patient kein Insulin mehr. Langfristig schwere Schäden an Herz und Niere würden so verhindert. Die Patienten bekämen seltener einen Herzinfarkt und müssten nicht mehr an die Dialyse. Das Risiko zu sterben sei für kombiniert Transplantierte jenseits des zehnten Jahres nach der Transplantation fast halbiert gegenüber Patienten, die nur eine Nierentransplantation erhalten haben.

Die Lebendspende hat wiederum Vorteile gegenüber der Transplantation der Niere eines Verstorbenen. Ausschlaggebend ist hier unter anderem die erheblich kürzere Zeitspanne zwischen Entnahme und Transplantation. Außerdem ist die Qualität der Niere besser als bei der eines Verstorbenen, so die Forscher.

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