Ärzte Zeitung, 24.03.2009

Daten aus Bayern belegen:   Typ-2-Diabetiker profitieren vom DMP

416 000 Diabetiker haben sich eingeschrieben / Jeder zweite hat HbA1Cunter 6,5 Prozent / Auch BMI gesunken

Münster (run). Patienten mit Typ-2-Diabetes profitieren beim HbA1C-Wert nachweislich von der Einschreibung in ein entsprechendes Disease Management Programm (DMP). Dieses Fazit zog Professsor Anette Ziegler aus München beim Kongress Diabetes 2009 in Münster aus der Auswertung von bayerischen Daten.

Insgesamt haben sich seit der Einführung der DMP Diabetes Typ-2 in Bayern 416 000 Diabetiker eingeschrieben. Eine aktuelle Querschnittsauswertung von fast 400 000 dieser Patienten verdeutliche, dass knapp 46 Prozent der eingeschriebenen Patienten einen nahezu normalen Hba1C-Wert (unter 6,5%) haben. 36 Prozent seien hingegen schlecht eingestellt (über 7%), so die Diabetologin.

In einer Longitudinal-Studie seien nun außerdem die Daten von knapp 90 000 Patienten, die mindestens 10 Folgeuntersuchungen seit der Erst-einschreibung ab 2004 hatten, analysiert worden. Bei der Auswertung habe sich gezeigt, dass sich kurz nach dem Einschreiben in das Betreuungsprogramm der HbA1C-Wert zunächst deutlich besserte, danach sei es über die Zeit im Mittel wieder zu einem gewissen Anstieg gekommen. Ziegler: "Das ist kein erfreuliches Ergebnis, denn eigentlich wollte man das durch die engmaschige Kontrolle ja verhindern."

Gesunken ist durch die Teilnahme am DMP im Mittel auch der BMI. Das war nach Angaben von Ziegler vor allem bei jenen Patienten der Fall, die mit Metformin behandelt wurden. Bei den Patienten, die Insulin erhielten ohne zusätzliche Metformintherapie, kam es hingegen zu einer deutlichen Gewichtszunahme.

Zieglers Fazit: Das DMP kann hinsichtlich des HbA1C-Wertes als erfolgreich angesehen werden, denn immerhin bei etwa der Hälfte der eingeschriebenen Diabetiker wird ein Zielwert unter 6,5 Prozent erreicht. Sorgen bereitet ihr jedoch ein anderer Bereich: Die Erfolgsauswertung zeige klar, dass die Überweisung an spezialisierte Zentren bei auffälligen Fußbefunden noch nicht in ausreichendem Umfang erfolgt. "Hier besteht noch deutlicher Handlungsbedarf", so die Diabetologin.

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