Ärzte Zeitung online, 16.04.2009

Übergewicht bei Kindern von Müttern mit Typ-1-Diabetes vorbeugen

MÜNCHEN (eb). Eine Typ-1-Diabetes-Erkrankung der Mutter während der Schwangerschaft erhöht nicht per se das Risiko des Kindes, später Übergewicht zu entwickeln. Vielmehr beeinflussen Faktoren, die mit einem mütterlichen Typ-1-Diabetes in Zusammenhang stehen, den Gewichtsverlauf des Kindes. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Technischen Universität München und des Helmholtz Zentrums München nach einer Auswertung der BABYDIAB Studie.

Untersucht wurde die Gewichtsentwicklung bis zum Alter von acht Jahren bei Kindern, die eine Mutter mit Typ-1-Diabetes haben, im Vergleich zu Kindern einer nicht-diabetischen Mutter (Diabetes Care, online vorab, Februar 2009).

Aus einer früheren Auswertung der BABYDIAB Studie ist bereits bekannt, dass Kinder von Müttern mit Typ 1 Diabetes häufiger mit einem erhöhten Geburtsgewicht zur Welt kommen. Außerdem ergab eine Auswertung von Daten zweier Studien des Instituts für Diabetesforschung und des Forschungsinstituts für Kinderernährung, dass Mütter mit Typ-1-Diabetes ihre Nachkommen seltener und kürzer stillen. Beide Faktoren erhöhen das Risiko der Kinder, später übergewichtig zu werden.

Die Ergebnisse der BABYDIAB Studie weisen darauf hin, dass Mütter mit Typ-1-Diabetes der Entwicklung von Übergewicht bei ihren Kindern vorbeugen können: Zum einen sollten sie versuchen, die Blutzuckereinstellung während der Schwangerschaft zu optimieren, damit das Geburtsgewicht des Kindes im Normbereich bleibt. Anzustreben ist ein HbA1c zwischen 5,7% und 7%. Zum anderen sollten schwangere Frauen mit Typ-1-Diabetes ermutigt und unterstützt werden, ihre Babys entsprechend den Empfehlungen der nationalen Stillkommission zu stillen. Das bedeutet, dass Mütter ihre Kinder bis zu sechs Monate voll stillen und mit der Einführung der Beikost nicht sofort abstillen sollten.

Abstract der Originalarbeit "Predictors of Overweight during Childhood in offspring of Parents with Type 1 Diabetes"

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