Ärzte Zeitung online, 29.09.2009

Neue Studien zu eventuellem Krebsrisiko durch Insulin

PARIS (dpa). Nach Hinweisen auf ein möglicherweise höheres Krebsrisiko für Diabetiker, die das künstliche Insulin Lantus® nehmen, hat der Hersteller Sanofi-Aventis ein neues Forschungsprogramm angekündigt. In mehreren Studien sollen die möglichen Folgen von Insulin-Therapien erforscht werden, teilte der Pharmakonzern am Dienstag in Paris mit.

Geplant sei eine umfassende Auswertung von Informationen aus Krebsregistern und anderen Datenbanken. Zudem werde es unter anderem eine spezielle Studie zum Brustkrebs-Risiko und weitere vorklinische Studien zum Lantus-Wirkstoff Glargin geben.

Die Europäische Gesellschaft für die Erforschung von Diabetes (EASD) hatte im Juni neue Untersuchungen dringend empfohlen. Zuvor hatten zwei von vier Studien im Fachjournal "Diabetologia" nahegelegt, dass mit dem Insulin Lantus behandelte Diabetiker besonders bei hohen Dosierungen etwas häufiger an Krebs erkrankten als diejenigen, die Humaninsulin bekamen. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA bewertete die Studien hingegen als nicht beweiskräftig. Die vorhandenen Untersuchungen seien kein Grund zur Sorge.

Auch Sanofi-Aventis betonte am Dienstag erneut, dass die bisherigen Beobachtungen bei Millionen von Patienten keine Hinweise auf eine erhöhtes Krebsrisiko durch das Insulin lieferten. Klinische Studien mit 70 000 Patienten hätten die Sicherheit des Mittels ebenfalls belegt.

Lesen Sie dazu auch:
EMEA: Therapie nicht ändern!
Fakten, Stellungnahmen und Meinungen zu Lantus®

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

"Digitalisierung lässt sich nicht klein hoffen"

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte sollten sich daher aktiv daran beteiligen, appellierte der Blogger Sascha Lobo auf dem Ärztetag. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Massive Technik-Pannen behindern Ärztetag

Nicht einsehbare Anträge, verschobene Abstimmungen: Technische Probleme machen Delegierten und Journalisten gestern unmd heute auf dem Ärztetag arg zu schaffen. mehr »