Ärzte Zeitung online, 18.02.2010

Diabetes-Experten fordern Vergleichbarkeit bei Blutzuckermessung

STUTTGART (eb). Die Messgeräte bei der Blutzuckermessung messen mal aus Vollblut und mal aus Blutplasma. Die Ergebnisse sind daher oft unterschiedlich, was bei den Patienten zu Verunsicherung und Verwirrung führt. Diabetes-Experten fordern daher einheitliche Messverfahren.

Die Initiative, die sich aus der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), diabetesDE und der POCT-AG der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) zusammensetzt, hat das Ziel, dass Diabetiker ihre Blutzuckerwerte vergleichen können, wenn sie mit mehreren Geräten messen oder ihr Messgerät austauschen.

Die Messgeräte messen heute entweder aus Vollblut oder aus Blutplasma. Die Verwechslungsgefahr ist hoch: Aufgrund der unterschiedlichen Konzentration der Zuckeranteile in Plasma oder Vollblut ergeben sich abweichende Ergebnisse - auch wenn beide korrekt messen. Im Schnitt ist der Blutzuckerwert bei Plasma-Messungen um elf Prozent höher als bei Vollblut-Messungen. Diabetiker können jedoch häufig nicht erkennen, woraus ihre Messgeräte ihre Ergebnisse gewinnen.

"Die Blutzucker-Selbstmessung ist in den letzten Jahren durch den technischen Fortschritt immer besser geworden", betont Professor Thomas Danne, Vorstandvorsitzender von diabetesDE und Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). "Dabei müssen sich aber Patienten und Ärzte darüber verständigen, ob sich die vereinbarten individuellen Zielwerte auf Plasma oder Vollbluteichung beziehen. Solange wie es in einer Übergansphase noch beide Eichsysteme gibt, können die unterschiedlichen Messergebnisse mit verschiedenen Geräten zu Verwirrung und Verunsicherung führen."

Die Diabetes-Experten fordern von den Herstellern eine einheitliche Eichung, so dass Patienten zukünftig ebenso zuverlässig und kontinuierlich ihre selber gemessenen Werte vergleichen können.

Patienteninformation von diabetesDE zum Vergleich der Messwerte von Blutzucker-Messgeräten mit Vollblut und Plasma-Kalibrierung

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