Ärzte Zeitung online, 22.02.2010

Diabetesrisiko bei viel Vitamin D halbiert

LONDON/HAMBURG (dpa). Ein hoher Vitamin-D-Spiegel geht einer Analyse zufolge mit einem halbierten Diabetesrisiko einher. Auch die Gefahr von Herzkrankheiten sinke um ein Drittel.

Forscher um Studienleiter Dr. Oscar Franco von der Universität Warwick hatten 28 Studien mit zusammen fast 100 000 Teilnehmern mittleren und höheren Alters ausgewertet. Das metabolische Syndrom war bei Probanden mit hohem Vitamin-D-Spiegel ebenfalls nur halb so häufig wie bei Studienteilnehmern mit wenig Vitamin D im Blut (Maturitas 65, 2010, 225).

"Gezielte Maßnahmen gegen Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen könnte potenziell die gegenwärtigen Epidemien von Herz- und Stoffwechselkrankheiten bremsen", so Franco. Allerdings müsse zunächst ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem geringeren Erkrankungsrisiko belegt werden, so das Forscherteam.

Vitamin D ist ein hormonähnlicher Stoff, dem zahlreiche wichtige Funktionen unter anderem für die Knochenbildung sowie bei der Steuerung der Gene und des Immunsystems zugeschrieben werden. Der Körper kann Vitamin D in der Haut selbst herstellen, benötigt dazu aber Sonnenlicht. Der westliche Lebensstil, bei dem wenig unter freiem Himmel stattfindet, begünstigt einen Vitamin-D-Mangel. Neugeborene bekommen routinemäßig Vitamin-D-Gaben, um einer Rachitis vorzubeugen. Auch gegen Osteoporose wird Vitamin D verabreicht.

Verfechter einer allgemeinen Vitamin-D-Zusatzversorgung sehen die große Mehrheit der Menschen in den Industriestaaten unterversorgt. Sie verweisen unter anderem auf Untersuchungen, die auch auf eine günstige Wirkung gegen verschiedene Krebsarten deuten. Das fettlösliche Vitamin D ist unter anderem in Fisch, wie Lachs, Thunfisch und Makrele enthalten. Ungebremst sollte der Stoff jedoch nicht gegessen werden: Ein Zuviel an Vitamin D kann giftig sein. Allerdings treten diese toxischen Effekte erst bei sehr hohen Dosen auf.

Abstract der Originalstudie: "Levels of vitamin D and cardiometabolic disorders: Systematic review and meta-analysis"

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