Ärzte Zeitung online, 30.08.2010

Stillen senkt das Diabetesrisiko - bei der Mutter

PITTSBURGH (hub). Es gibt viele gute Gründe, sein Kind zu stillen. Ein eher egoistisches Argument dabei ist: Wer stillt hat ein geringeres Diabetesrisiko.

Stillen senkt das Diabetesrisiko - bei der Mutter

Ein Kind zu stillen ist nicht nur für das Baby gut, sondern auch für die Mutter.

© Peter Widmann / imago

Daten von über 2200 Frauen im Alter von 40 bis 78 Jahren haben Forscher der Uni von Pittsburgh ausgewertet. 56 Prozent der Teilnehmer hatten ihren Nachwuchs für mindestens einen Monat gestillt. Von jenen, die ihren Kindern nicht die Brust gaben, entwickelten 27 Prozent einen Diabetes Typ 2. Damit war die Diabetesrate doppelt so hoch wie bei jenen Frauen, die gestillt hatten oder die keine Kinder bekommen hatten, teilt die Uni mit. Zwischen den Frauen, die gestillt oder die keine Kinder hatten, war die Rate an Typ-2-Diabetes hingegen nicht verschieden.

Mütter, die nicht stillen, haben also im späteren Leben ein erhöhtes Diabetesrisiko. "Unsere Studie liefert einen weiteren Grund, Mütter zum Stillen zu motivieren", sagt Studienautorin Dr. Eleanor B. Schwarz in der Mitteilung. Bei der Aufklärung weiblicher Patienten über ihr Diabetesrisiko sollten Ärzte auch Schwangerschaft und Stillen berücksichtigen, rät Schwarz.

[30.08.2010, 07:47:36]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Weil wir irgendwelche Eier gefunden haben, müssen hier irgendwo Hühner sein!
Das ist eine typisch US-amerikanische Studie, in der das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Noch mal zum Mitschreiben:
Weil Frauen, die Übergewicht haben, sich nicht körperlich fit halten und fehl ernähren, ein metabolisches Syndrom und eine gestörte Glucosetoleranz haben, eine zunehmende Insulinresistenz und einen Diabetes mellitus bekommen werden, deutlich seltener oder gar nicht stillen können oder wollen, ist die Rate der nicht stillenden potentiellen Diabetikerinnen viel höher. Wie beruhigend, dass wenigstens das Diabetesrisiko bei den Stillenden und den Frauen ohne Kinder in etwa gleich war.

Wenn bei 2200 Studienteilnehmerinnen die Älteste 78 Jahre alt war, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine retrospektive Studie, die w. o. bereits dargestellt keinerlei Substanz, Signifikanz und Relevanz hat.

Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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