Ärzte Zeitung, 30.09.2010

Neuer Lebensstil nützt Diabetikern dauerhaft

Typ-2-Diabetiker können unter Anleitung dauerhaft Gewicht reduzieren und kardiovaskuläre Risiken abbauen. Das bestätigen Vierjahres-Ergebnisse der Look-AHEAD-Studie.

Neuer Lebensstil nützt Diabetikern dauerhaft

Intensive Führung verhilft übergewichtigen Typ-2-Diabetikern zu einem deutlich gesünderen Lebensstil.

© bacalao / Fotolia.com

NEU-ISENBURG (eis). Mit 5145 übergewichtigen oder adipösen Typ-2-Diabetikern ist die randomisierte, kontrollierten Multicenterstudie Look-AHEAD vor vier Jahren gestartet (wir berichteten). Je die Hälfte der Patienten wurde dabei einem intensiven Lebensstil-Programm zugewiesen oder erhält seither eine Standardversorgung inklusive Schulungen (Kontrollgruppe). Ziel der Intervention ist die Kalorienreduktion mit fettreduzierter, proteinreicher Nahrung sowie 175 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche. Die Diabetes-Therapie obliegt den persönlichen Ärzten der Patienten.

Die Teilnehmer der Interventionsgruppe wurden in den ersten sechs Monaten der Studie wöchentlich und dann im ersten Jahr dreimal im Monat instruiert und untersucht. Ab dem zweiten Jahr der Studie gab es monatliche Termine und zusätzliche Kontakte per E-Mail oder Telefon.

Ergebnis: Die Durchschnittswerte von Risikoparametern während der vier Jahre waren bei Patienten der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich verschieden (Arch Intern Med 2010; 170: 1566).

In der Interventionsgruppe waren die

  • Gewichtsreduktion deutlich stärker (6,2 vs. 0,9 Prozent Abnahme)
  • der initiale HbA1c-Wert stärker gesenkt (0,36 vs. 0,09 Prozent)
  • die körperliche Fitness, gemessen an der Leistung bei 80 Prozent der maximalen Pulsrate, deutlich mehr gesteigert (12,7 vs. 2 Prozent)
  • der Blutdruck deutlich stärker gesenkt (systolisch: 5,3 vs. 3 mmHg)

Außerdem waren die Werte für HDL und Triglyceride in der Interventionsgruppe deutlich günstiger. Die LDL-Werte waren allerdings in der Kontrollgruppe niedriger, weil dort mehr Lipidsenker genommen wurden. Im ersten Jahr der Studie waren die Effekte am günstigsten, die Unterschiede zwischen den Gruppen nahmen im Verlauf der Jahre wieder etwas ab. Ob mit der Verringerung der Risikofaktoren auch die Rate an Herzkreislauf-Krankheiten reduziert wird, soll in der auf 11,5 Jahre angelegten Studie weiter geklärt werden.

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